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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Erwerbung THEMEN Ausweg aus der Zeitschriftenkrise? Ein Entscheidungsmodell für den Bezug elektronischer Zeitschriften im konsortialen Rahmen Rainer B. Fladung, Berndt Dugall 1. Einleitung Die zunehmende Monopolisierung auf dem Markt für Informationsressourcen im akademischen Sektor führte in den vergangenen Jahren zu einer verstärk- ten Bildung von Bibliothekskonsortien auf der Abnehmerseite, die einen Ge- genpol in Form einer Einkaufsgenossenschaft darstellen sollten [McCa02]. Diese Tendenzen lassen sich in verschiedenen Ländern wie etwa in Deutsch- land, England, der Schweiz und der Niederlande beobachten [Okerso]. In den USA sind Konsortien eher selten zu finden; das größte Konsortium ist hier OHIO-Link (http://www.lib.ohio-state.edu/). In Deutschland richten sich die meisten Konsortien wegen der föderalen Fi- nanzierungsstrukturen regional aus; überregionale bzw. deutschlandweite Konsortien sind derzeit noch selten. Ein Zusammenschluss auf thematischer Grundlage findet derzeit so gut wie gar nicht statt, vielmehr werden möglichst viele Bibliotheken in Konsortien unabhängig von den an den jeweiligen Stand- orten betriebenen Forschungsschwerpunkten eingebunden [AnDe02]. In jüngster Zeit zeigte sich allerdings, dass einige Ansätze zu keiner nennens- werten Preisreduktion führten. So scheiterte beispielsweise. das NESLI- Projekt in Großbritannien, welches die primäre Aufgabe hatte, für Bibliotheken kostengünstige Rahmenbedingungen auszuhandeln (http://www.nesli.ac.uk/). Auf der Anbieterseite kristallisierten sich in den letzten Jahren zwei Tarife her- aus, die die Grundlage dieser Untersuchung darstellen. Die Preismodelle für Informationsdatenbanken basieren i. d. R. auf der Anzahl potenzieller Nutzer und sehen eine Preisstaffelung je nach Größe des Konsortiums vor [Meie02]. Die einzelnen Konsorten zahlen für die gleiche Leistung bei ansteigender Kon- sortiumsgröße einen immer geringeren Betrag. Ein etwas anderes Bild stellt sich bei elektronischen Zeitschriften dar. Hier fürchten die Verlage massive Umsatzeinbrüche im Printbereich durch die elektronische Bereitstellung der Inhalte über das Internet, wohingegen die elektronischen Ressourcen, zumin- dest soweit mit ihrer Nutzung nicht eine massive Ausweitung der Abonne- mentzahlen einhergeht, die Umsatzreduktion bei den gedruckten Exemplaren nicht kompensieren können [PhPh02]. Dieser neue Distributionskanal konkur- riert also direkt mit dem herkömmlichen Weg über gedruckte Exemplare der jeweiligen Zeitschrift [PhPh02]. Die elektronische Version besitzt durch das BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 12 1557
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