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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Informationsvermittlung THEMEN gen, welchen Sinn es machen soll, von der Vermittlung von ,,Informations- kompetenz" zu sprechen, wenn weder die institutionellen noch die inhaltlichen Voraussetzungen erfüllt sind, um diese Vermittlung im Rahmen einer ,,Tea- ching library" zu leisten. Dagegen verankert das Freiburger Modell das bibliothekarische Schulungs- angebot in der Prüfungsordnung für die BA-Studiengänge und stellt für die Studenten eine scheinpflichtige und prüfungsrelevante Veranstaltung unter anderen dar, die über mehrere Semester tragen muss. Es ist evident, dass das Freiburger Modell die institutionelle Forderung der ,,Teaching library" ­ Ausrichtung und Integration der bibliothekarischen Schulungsangebote an den Fachcurricula ­ erfüllt. An dieser Stelle muss man sich freilich bewusst machen, dass die Forderung nach einer Integration der bibliothekarischen Schulungsangebote in die Fachcurricula nicht einfach eine Forderung nach besserer institutioneller Anbindung ist, sondern im Grunde die Forderung nach einer inhaltlichen Anbindung. Und hier zeigt sich, dass auch das Freiburger Kursangebot problematisch ist. Ursprünglich entstanden auf Anregung der Freiburger Erziehungswissenschaftler, die einen BA-Studiengang ,,Instructio- nal Design" planten und für diesen Studiengang Kurse mit berufsfeldorientie- renden Kompetenzen anbieten mussten, steht der bibliothekarische Kurs zum Thema ,,Informations- und Medienkompetenz" inzwischen allen BA- Studiengängen offen, ist aber, wie ein Blick auf das Curriculum zeigt,9 weiter- hin eng auf die inhaltlich-methodischen Facetten des Studienganges ,,Instruc- tional Design" bezogen.10 Jenseits dieses Curriculums gerät das Freiburger Angebot zu einer aufwändigen und über drei Kurse verteilten bibliothekari- schen Schulungsveranstaltung, die unter Einbeziehung neuester Medien eben das macht, was Bibliothekare seit langem schon gemacht haben: den Umgang mit bestimmtem Material üben und Handlungstechniken vermitteln, die ohne inhaltlichen Bezug bleiben. Wohin ein mangelnder inhaltlicher Bezug zwischen den bibliothekarischen Schulungsangeboten und den Bedürfnissen der Studenten sehr leicht führen 9 Sühl-Strohmenger u.a. (wie Anm. 5), S. 154 f. 10 Siehe http://www.ezw.uni-freiburg.de/BA/: ,,Instructional Design (ID) bezeichnet die systematische Planung und Entwicklung von Lernumgebungen und -materialien ver- schiedenster Anwendungsfelder auf der Grundlage psychologischer Theorien des Lernens und Lehrens. Hierbei wird insbesondere auf eine Integration moderner In- formations- und Kommunikationstechnologien gezielt. Daher wird ID insbesondere für die Gestaltung technologie-begründeter Lernumgebungen bedeutsam (wie Computer-Based-Training, Multimedia, Web-Based-Training) und findet hierin seine größte Verbreitung. Anwendung findet ID momentan überwiegend in den drei Berei- chen ,,Schulischer Unterricht", ,,Hochschullehre" und ,,Betriebliche Weiterbildung"." BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 11 1453
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