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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Informationsvermittlung THEMEN ves Potential, selbst dann, wenn man nur die Begriffe austauscht, im übrigen aber so weitermacht wie bisher. Die Strecke dieser vermeintlich rein praktischen Anschlusswechsel mit unter- stelltem innovativem Potential ist lang und reicht von der ,,Bibliothek als spe- ziellem Informationssystem" über die ,,Self-renewing library", die ,,virtuelle Bibliothek", die ,,hybride Bibliothek" bis hin zu der im Netz des ,,New Public Management" gefangenen Bibliothek. Immer wieder ein neues Paradigma, immer wieder breite Debatten um die Umsetzung des jeweils neuesten Trends, und immer wieder nur geringe Lust, von der Seite der Theorie die Implikationen des jeweiligen Paradigmas und seine genaue Reichweite für die Bibliotheken zu klären. Dafür aber ein rascher Wechsel offiziöser ,,Berufsbil- der", die die begriffliche Atemlosigkeit aufs bürokratische Streckbett diverser Ausbildungsordnungen spannen, um auf diesem Weg zu oktroyieren, was vor dem Forum der Theorie unausgewiesen bleibt. Die gegenwärtige Debatte um das neue bibliothekarische Arbeitsfeld der ,,In- formationskompetenz" wiederholt das bekannte Muster aufs schönste: die zunächst im außerbibliothekarischen Raum kursierenden Schlagworte von der ,,Information literacy" und ,,Informationskompetenz" wurden rasch auf die Mühlen der Bibliotheken geleitet, um dort flugs das neue Paradigma von der ,,Teaching library" zu kreieren, die nicht nur in der Informationsflut eine Orien- tierung bieten soll, sondern auch einen ,,Paradigmenwechsel von der objekt- orientierten hin zur kundenorientierten Bibliothek" verlange.1 Dabei stellt man sich den geforderten Paradigmenwechsel so vor, dass die ,,Teaching library" ihre Leistung durch den Nutzen der jeweiligen Schulungsveranstaltung ,,für die konkrete Arbeit oder für das Lehren und Lernen" definiert, was man durch ge- eignete Evaluierungsmethoden dann auch gleich messen will.2 Auf den ersten Blick sieht das tatsächlich wie ein bibliothekarischer Paradig- menwechsel aus. Denn unter dem Stichwort der ,,Teaching library" scheint ebenjene Fokussierung auf Inhalte zurückzukehren, die man den Bibliotheka- ren seit dem 19. Jahrhundert verwehrt hat. So ist man sich nun durchaus be- wusst, ,,dass die Bibliotheken mit einem Schulungsangebot nur dann erfolg- reich sein werden, wenn sie es schaffen, ihre Schulungskonzepte auf die Fachcurricula auszurichten und in diese zu integrieren."3 Aber was kann das 1 Homann, Benno: Information Literacy: ein Beitrag der Bibliotheken für eine demo- kratische Informationsgesellschaft. In: BIBLIOTHEKSDIENST 36 (2002), S. 1681­1688, hier S. 1681. 2 Ebd., S. 1682 3 Ebd., S. 1685 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 11 1451
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