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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Ausland THEMEN wurde. Daneben erfährt die Bibliothek einen erheblichen Bestandszuwachs durch Schenkungen, die zwar zu einer erfreulichen Bereicherung des Altbe- stands beitragen, die auftretenden Lücken im Bereich der Neuerscheinungen jedoch nicht kompensieren können. Das Deutsche Historische Institut Paris ist seit 1994 in einem Palais des 17. Jahrhunderts im Stadtviertel Marais untergebracht. Das großzügige Gebäude beherbergt die Arbeitszimmer der Mitarbeiter, einen Vortragssaal, der für Ver- anstaltungen genutzt wird, und einige Gästezimmer für Stipendiaten, auswär- tige Wissenschaftler und Praktikanten. Neben diesen Räumen nimmt die Bib- liothek des Instituts einen nicht unbeträchtlichen Teil des Institutsgebäudes ein. Der im ruhigen, vom Straßenlärm abgeschirmten Teil des Hauses gele- gene Lesesaal verfügt über fünfzig Benutzerarbeitsplätze. Alle nicht im Lese- saal untergebrachten Bände finden in einem dreigeschossigen Kompaktma- gazin Platz. Die Bibliothek des DHIP ist eine Präsenzbibliothek, die zum einen von den Wissenschaftlern des Hauses, zum anderen von jedem an den Beständen der Bibliothek wissenschaftlich Interessierten genutzt werden kann. Die durch- schnittliche Zahl externer Benutzer liegt bei zwölf Personen am Tag. Die Bib- liothek ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet und wird auch in den Sommermonaten nicht geschlossen, was für französische Verhältnisse außergewöhnlich benutzerfreundlich ist. Die Bibliothek des Instituts nimmt passiv am deutschen Leihverkehr teil, auch dies ein Service, den französische Bibliotheken nicht bieten und der die Bibliothek des DHIP für französische Wissenschaftler attraktiv macht. Seit 1993 werden die Neuerwerbungen mit dem Bibliothekssystem Allegro elektronisch erfasst. Die 1999 begonnene Retrokatalogisierung des Altbe- stands konnte Ende 2002 abgeschlossen werden. Hierbei wurden nicht ­ wie sonst üblich ­ Katalogkarten abgetippt, sondern eine komplette Neukatalogi- sierung des Bestands per Autopsie vorgenommen. Deshalb kann zu Recht von Retrokatalogisierung und nicht von Retrokonversion gesprochen werden. Bei dieser Gelegenheit wurde gleichzeitig eine Bestandsrevision vorgenom- men. Wieso entschied man sich am DHIP für dieses aufwändige Verfahren? Der seit 1958 entstandene Zettelkatalog wies Mängel auf. In der Aufbauphase des Instituts wurde die Katalogisierung nicht von bibliothekarischem Fachper- sonal vorgenommen, so dass der Katalog von Anfang an Inkonsistenzen auf- wies. Da man beim Umstieg von PI auf RAK keinen Katalogbruch vornehmen wollte, fanden sich im Zettelkatalog sowohl PI- als auch RAK-Aufnahmen. Diese insgesamt unbefriedigende Katalogsituation konnte durch die gründli- che Retrokatalogisierung gelöst werden. Dazu wurden mit einer Reihe ange- hender DiplombibliothekarInnen mehrmonatige Werkverträge geschlossen. Das Tempo der Datenerfassung kann als zügig bezeichnet werden. Die Zahl BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 1 31
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