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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

THEMEN Kommissionen Markt ausgerichtet sind und die nicht-naturwissenschaftlichen Fächer nur zu Teilen berücksichtigen. Bei Abbestellungen sollte auch berücksichtigt werden, inwieweit die entfallenden Zeitschrifteninhalte über frei verfügbare Inhaltsver- zeichnisse und Zusammenfassungen erschlossen werden können. 4. Besteuerung von Nicht-Buch-Materialien Die Besteuerung der Nicht-Buch-Materialien stellt die Bibliotheken weiterhin vor Probleme. Ärgerlich ist vor allem die Besteuerung aller elektronischen Me- dien mit den Normalsatz von 16 % MWSt. Dies ist ein starkes Hemmnis, elekt- ronische statt gedruckter Materialien einzukaufen, wenn die Herstellerpreise für die gedruckte und die elektronische Ausgabe in der gleichen Größenord- nung liegen. Schwierig ist auch die unterschiedliche Steuererhebung bei Lieferungen und Leistungen. Ist bei Lieferungen aus Drittländern der Zoll zuständig, so erfolgt die Besteuerung von Leistungen, die aus Drittländern bezogen werden, durch das Finanzamt. Diese und weitere zu berücksichtigende Merkmale erfordern von den Bibliotheken bei vielen Bezügen aus dem Ausland eine intensive Prü- fung, ob, in welcher Form und in welcher Höhe ein erworbenes Produkt zu versteuern oder zu verzollen ist. Die intensiven Bemühungen von Bibliotheka- ren, Finanzämtern, Oberfinanzdirektionen und Zollämtern konnten in einigen Zweifelsfällen keine Klarheit schaffen. Das führt dazu, dass es auch nicht möglich ist, allgemein verbindliche Verfahrensvorschläge zu formulieren, weil die zuständigen Finanzämter oftmals unterschiedlich entscheiden. 5. Dissertationentausch Die zunehmende Ablieferung der Dissertationen in elektronischer Form und die Personalprobleme einzelner Bibliotheken führten dazu, dass einige Biblio- theken den Dissertationentausch einseitig aufgekündigt haben. Nach den gel- tenden Regelungen gilt die Anfertigung, Vervielfältigung und Verbreitung der Dissertation als eine Einheit im Sinne der wissenschaftlichen Leistung. Des- halb obliegt es den Bibliotheken für die Verbreitung über den Tausch Sorge zu tragen, soweit der Doktorand nicht eine kommerzielle Verbreitung realisiert hat. Eine Änderung der Verbreitungsmodalitäten hin zu vermehrter elektroni- scher Bereitstellung der Dissertationen führt zu einer Verringerung des Ar- beitsanfalles in den Bibliotheken. Wollen die Bibliotheken die elektronische Verbreitung als verpflichtenden Standard statt des Tausches der gedruckten Exemplare erreichen, ist dies nicht durch einseitigen Ausstieg aus dem Tausch, sondern über eine Änderung der von der KMK gesetzten Regelungen zu betreiben. 190 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 2
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