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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue37.2003 (Rights reserved)

Kommissionen THEMEN den Hochschulen verschärft. Deshalb wurden zunehmend Versuche unter- nommen, die Verteilung der Literaturmittel auf eine rationale Basis zu stellen. Die Kommission hat die vorliegenden Verteilungsmodelle daraufhin unter- sucht, welche Parameter in den verschiedenen Verteilungsmodellen zur An- wendung kommen. Dabei wurde festgestellt, dass für einige zweckmäßige Pa- rameter keine zureichenden statistischen Daten vorliegen und diese zum Teil auch nicht mit vertretbarem Aufwand erhoben werden können. Es konnte festgestellt werden, dass Verteilungsmodelle an Bedeutung gewinnen, ihr Ein- satz aber eine ständige Aktualisierung erfordert. 2. Zeitschriftenmarkt Die Preise für Zeitschriften steigen seit Jahren deutlich stärker als die allge- meine Preissteigerungsrate. Dies und die stagnierenden bis schrumpfenden Erwerbungsmittel führen dazu, dass immer weniger Zeitschriftenliteratur von den Bibliotheken erworben werden kann. Dies veranlasste die Kommission, sich nicht nur mit dem Zeitschriftenmarkt zu befassen, sondern sich auch mit den Bedingungen der Informationserstellung, -bereitstellung und -verarbeitung zu befassen. Dabei konnte festgestellt werden, dass im Zeitschriftenmarkt zum Teil sehr hohe Renditen erwirtschaftet werden. Dies ist nur möglich, weil die Wissenschaftler ­ die Produzenten und Abnehmer der mit den Zeitschrif- ten transportierten Inhalte ­ die Verwertungsbedingungen weitgehend aus der Hand gegeben haben. Die breite Diskussion dieses Themas hat gezeigt, dass eine Änderung zu Gunsten der Wissenschaft nur möglich ist, wenn die Wis- senschaftler vermehrt Einfluss auf die Produktionsbedingungen nehmen. Die Bibliotheken können hier nur Hilfestellung geben, das Problem lösen können sie nicht. 3. Abbestellkriterien Der Zwang, Zeitschriftenabonnements zu reduzieren, hat stets Auseinander- setzungen mit den betroffenen Wissenschaftlern zur Folge, denen dadurch ,,Informationsmöglichkeiten" entzogen werden. Es ist zweckmäßig, Diskussio- nen über die erforderlichen Abbestellungen möglichst anhand konkreter Nut- zungsdaten zu führen. Dies ist in vielen Bibliotheken kaum möglich, da Nut- zungsdaten meist nur in aufwendigen Erhebungen ermittelt werden können. Soweit elektronische Zeitschriften genutzt werden, sollten die bei der Nutzung der elektronischen Versionen anfallenden Nutzungszahlen ­ von den Host- betreibern ­ beschafft werden, um die Diskussion mit den Nutzern zu versach- lichen. (Diese Nutzungszahlen sind leider oftmals erschreckend gering.) Die vielfach für die Bewertung der Zeitschriften herangezogenen Impact-Factoren sind nur bedingt tauglich, da sie überwiegend auf den anglo-amerikanischen BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 2 189
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