Path:
Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Recht THEMEN Die neuen Regelungen zum Jugendschutz in den Medien Sabine Lieberknecht In der Öffentlichkeit nur wenig beachtet, wurde im Juli 2002 eine neues Jugendschutzgesetz (JuSchG)1 verkündet, das im Zusammenhang mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)2 am 1.4.2003 in Kraft trat. Im Bereich des Jugendmedienschutzes ist nun zwischen Trägermedien und Telemedien zu unterscheiden. Während für Trägermedien das vom Bund er- lassene Jugendschutzgesetz einschlägig ist, fallen die Telemedien überwie- gend in den Regelungsbereich der einzelnen Bundesländer, die sich jedoch mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag auf eine bundeseinheitliche Re- gelung verständigt haben. Trägermedien werden in § 1 Abs. 2 JSchG als ,,Medien mit Texten, Bildern oder Tönen auf gegenständlichen Trägern, die zur Weitergabe geeignet, zur unmittelbaren Wahrnehmung bestimmt oder in einem Vorführ- oder Spielgerät eingebaut sind" definiert. Darunter sind neben Druckschriften auch Schallplat- ten, Video- und Audiokassetten und mobile Datenträger wie Disketten, CD- ROMs und DVDs zu verstehen. Telemedien sind gemäß § 1 Abs. 3 JuSchG ,,Medien mit Texten, Bildern oder Tönen, die durch elektronische Informations- und Kommunikationsdienste übermittelt oder zugänglich gemacht werden". Dazu zählen z.B. alle Online- Angebote, die im Internet abrufbar sind, Angebote zur Nutzung anderer Netze, Angebote im Bereich der Individualkommunikation wie z.B. Telebanking und Angebote zur Nutzung von Telespielen. Eine wichtige Änderung im Bereich der Trägermedien beinhaltet § 12 JuSchG. Während bisher nur Kino- und Videofilme der Alterskennzeichnung unterla- gen, besteht nunmehr eine Kennzeichnungspflicht auch für alle Computer- spielprogramme. Eine Ausnahme bilden Informations-, Instruktions- und Lehrprogramme, die als ,,Infoprogramm" bzw. ,,Lehrprogramm" gekennzeich- net sein müssen. Für die Kennzeichnung sind die Hersteller verantwortlich. Das Gesetz enthält jedoch keine Übergangsvorschrift für Trägermedien, die sich bereits im Han- del oder in Bibliotheken befanden, als die Änderung in Kraft trat. 1 Gesetz v. 23.7.2002, BGBl. I, 2730 2 veröffentlicht in den Gesetz- und Verordnungsblättern der Bundesländer BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 10 1311
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.