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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Recht THEMEN 13 3.4 Kopienversand auf Bestellung: aktueller Stand Für den Kopienversand auf Bestellung bestand bis 31.12.2002 ein Gesamt- vertrag mit Bund und Ländern, der die Zahlungen für die Vergangenheit ­ DM 9,25 Millionen für den Zeitraum bis 01.09.2000 ­ sowie die laufenden Vergü- tungen regelte. Der Vertrag umfasste auch die elektronische Übermittlung von Aufsatzkopien. Internationale Großverleger beharren auf dem Standpunkt, die Bundesgerichtshof-Entscheidung, auf der der Gesamtvertrag beruht, regle nur den Kopienversand per Post und Telefax, nicht aber die elektronische Über- mittlung sowie nicht den Versand ins Ausland. Da beim Kopienversand auf Bestellung vorrangig englischsprachige Zeitschriften bestellt werden, konnte noch keine Einigung über eine Fortführung des Gesamtvertrages erzielt wer- den. Die Kopienversender, nicht zuletzt subito, bestehen darauf, den Kopien- versand durch elektronische Übermittlung durchzuführen und gehen davon aus, dass dies durch die vom Bundesgerichtshof konstituierte gesetzliche Li- zenz gedeckt sei. Somit besteht seit 01.01.2003 ein vertragsloser Zustand. Es laufen Verhandlungen. 4. Zusammenfassung PLR in Deutschland kann nicht losgelöst von der rechtlichen und technologi- schen Entwicklung der letzten Jahre betrachtet werden. Die großen vom Bund und den Ländern geförderten Digitalisierungsprojekte laufen schwerpunktmäßig in den wissenschaftlichen Bibliotheken und bezie- hen sich fast ausschließlich auf urheberrechtlich nicht mehr geschützte ältere Werke. PLR vergütet nachgewiesene Ausleihen der Printmedien Bücher und Zeit- schriften sowie der Non-book-Medien Audio- und Videocassetten, CD, CD- ROM, DVD, Medienkombinationen, Schallplatten und Spiele in den öffentli- chen Bibliotheken. Die Rolle des ausleihbaren Printmediums im Bereich Belletristik, Sachbuch sowie Kinder- und Jugendliteratur ist durch keinerlei elektronische Konkur- renzprodukte gefährdet. Das eBook wird im Bereich fiction in absehbarer Zeit keine nennenswerte Rolle spielen. Sollte es in fernerer Zukunft generell doch zu eBook-Ausleihen in öffentlichen Bibliotheken kommen, müssen diese Aus- leihvorgänge neu in die PLR-Pauschale einbezogen werden. Da infolge der Schließung des Deutschen Bibliotheksinstituts (DBI) noch keine Zahlen für die Deutsche Bibliotheksstatistik 2002 veröffentlicht werden konn- ten, ist es schwierig, über einen sich im Jahr 2001 andeutenden Rückgang 13 Vgl.VG WORT: Bericht des Vorstands über das Geschäftsjahr 2002. München 2003, S. 4 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 10 1309
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