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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

THEMEN Recht Nach wie vor ist umstritten, ob sich das eBook vor allem im Bereich Belletris- tik überhaupt durchsetzen wird. Preise, Augenfreundlichkeit, Handhabbarkeit ­ alles spricht hier für das traditionelle Buch in Printform. Wer geht schon mit einem Lesegerät ins Bett oder an den Strand ­ mag es auch noch so teuer oder exklusiv wirken ... Die weitere Entwicklung sollte also beobachtet werden: Sofern eBooks in Zu- kunft flächendeckend entliehen werden, müssen diese Ausleihvorgänge in die PLR-Pauschale einbezogen werden. 3.3 Öffentliche Zugänglichmachung Der neue § 52a Urheberrechtsgesetz passt das bisher in der analogen Welt geltende Urheberrecht dem digitalen Zeitalter an. Der Fachbegriff öffentliche Zugänglichmachung bedeutet nicht, dass die Einstellung von Werken in das Internet generell erlaubt ist. Erlaubt ist nur, einem jeweils abgegrenzten Per- sonenkreis die Nutzung zu ermöglichen, d. h. Schulklassen oder Forscher- teams, nicht aber allen Mitarbeitern oder Studenten einer Universität. Die Nut- zung unterliegt einer Zweckbindung und darf keine kommerziellen Zwecke verfolgen. § 52 a Urheberrechtsgesetz erlaubt, dass Lehrer im Unterricht oder Wissen- schaftler für die eigene Forschung kleine Teile von Werken, Werke geringen Umfangs oder einzelne Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften am Compu- ter nutzen dürfen. Bisher durfte ein Lehrer in seiner Klasse für den Unterricht Kopien eines Textes an die Schüler verteilen. In Zukunft darf er den Schülern denselben Text auch am Bildschirm zugänglich machen, da die Gesetzge- bung in der Gesetzesnovelle die Ausstattung von Schulen mit Computern be- rücksichtigt. In einer Mitteilung des Bundesministeriums der Justiz vom 28. März 2003 wird das neue Urheberrecht als ,,fairer Kompromiss zwischen geistigem Eigentum und Wissensgesellschaft" bezeichnet.12 Für die Nutzung geschützter Werke mit den neuen Kommunikationstechnologien sollen die Rechteinhaber über Verwertungsgesellschaften eine angemessene Vergütung erhalten. 12 Bundesministerium der Justiz: Das neue Urheberrecht ­ ein fairer Kompromiss zwi- schen geistigem Eigentum und Wissensgesellschaft. Mitteilung 22/03, Berlin 28.03.2003 1308 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 10
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