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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Informationsvermittlung THEMEN lung oder -abfrage erreicht, sondern durch die Einbettung des zu Lernenden in eine ,,authentische Situation". Übereinstimmend hält Gerd Mietzel in seiner Pädagogischen Psychologie des Lernens und Lehrens ­ wenig überraschend ­ fest, dass der Lernerfolg umso größer sei, je mehr die Vermittlung darauf abziele, den Lerninhalt zu den Lernenden in Beziehung zu setzen.17 Ähnlich urteilt die Spezialliteratur zum E-learning.18 Rolf Schulmeister emp- fiehlt in seinen Grundlagen hypermedialer Lernsysteme: ,,Lerninhalte, Beispie- le und Lernumgebungen müssen authentisch sein". Die Darstellung von Lehrinhalten in virtuellen Umgebungen dürfe nicht der systematischen Form der Repräsentation fachwissenschaftlicher Inhalte in Lehrbüchern folgen, sondern solle zugunsten einer induktiven Darstellungsweise aufgegeben wer- 19 den. Diesen Empfehlungen zu folgen, ist verhältnismäßig einfach. Denn in einem Punkt unterscheidet sich das didaktische Problem eines OPAC-Tutorials we- sentlich von den Beispielen, die im allgemeinen in der Literatur zur Didaktik des E-learning behandelt werden. Diese geht meist von der Frage aus, wie das Medium Computer/Internet zur Vermittlung von Inhalten genutzt werden könnte, die selbst nichts mit dem Medium zu tun haben. Im Unterschied dazu soll das Tutorial eine Einführung über's Web anbieten in einen Gegenstand ­ den OPAC ­, der seinerseits nur über das Web zu nutzen ist. Medium und Gegenstand des Lernens sind dieselben. Deshalb sollte das Tutorial sehr leicht ,,authentische Situationen" für den Nutzer herstellen können. Technische Umsetzung Die Lösung des BGSU-Tutorials ist allerdings unbefriedigend. Dort ist nur der eine Teil des Problems gelöst: Der Nutzer befindet sich im Tutorial auf einer Oberfläche, die dem Original-Webangebot im Layout ähnlich ist. Der schwie- 17 Gerd Mietzel, Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens, 6., korr. Aufl., Göttingen; Bern: Hogrefe, Verl. für Psychologie 2001, S. 356. 18 Bedauerlicherweise ist die Literatur noch recht schmal: Die meisten Veröffentlichun- gen beschäftigen sich mit ,,Computerunterstütztem Lernen", d.h. der Erweiterung konventioneller Kurse durch die Möglichkeiten des Computers, so auch großenteils die Artikel in: Information und Lernen mit Multimedia und Internet : Lehrbuch für Studium und Praxis, hg. von Ludwig J. Issing und Paul Klimsa, 3. vollst. überarb. Aufl., Weinheim : Psychologische Verlags Union 2002. Größter Interessent scheint hier die Wirtschaft zu sein; so gelten viele Veröffentlichungen den Erfahrungen, die Firmen mit der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter durch Computer Based Training (CBT) gemacht haben. 19 Rolf Schulmeister, Grundlagen hypermedialer Lernsysteme : Theorie ­ Didaktik ­ Design, 3., korr. Aufl. Oldenburg: München, Wien 2002, S. 230 und 228. BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 10 1265
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