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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung noch immer als weibliche Arbeit gilt, hat man es meistens mit mehr Frauen als Männern zu tun. Der Bildungsgrad sollte aufgrund des jeweiligen Abschlus- ses, der als Voraussetzung für die Ausbildung gilt, relativ homogen sein. Das Vorwissen kann aber stark differieren, je nachdem, ob und wie lange Studie- rende schon in einer Bibliothek gearbeitet haben. Die Lernstile werden sich meist sehr stark unterscheiden. 4.1 Alter Die Personen, die Formalerschließung erlernen wollen, können den verschie- densten Altersstufen angehören. Durch die Art der Ausbildung bilden sich je- doch Schwerpunkte. Auf jeden Fall hat man es mit Erwachsenen zu tun. Das Lernen des Erwachsenen unterscheidet sich in einigen Punkten grundle- gend vom Lernen der Kinder und der Jugendlichen. Siebert bezeichnet Er- wachsene als lernfähig, aber unbelehrbar, d.h., sie brauchen Anregungen aus der Umwelt, müssen sie aber in ihre eigene Erfahrungswelt einbauen kön- nen 20. Erwachsene sind selbstbestimmt, sie treffen ihre eigenen Entscheidun- gen. Diese Selbstbestimmung ist auch ein wichtiger Faktor im Lernprozess. Die Aspirantinnen für den mittleren Dienst beginnen meist nach dem Real- schulabschluss, d.h., sie sind Jugendliche, die gerade ihre ersten Schritte im Berufsleben wagen. Das ist für sie eine große Umstellung. Sie werden mit ei- ner Fülle von Pflichten konfrontiert, die ihnen neu sind und sie verunsichern. Für die Schulungen bedeutet das, dass man sie als Erwachsene ernst neh- men muss, sich gleichzeitig aber auf das in vielen Fällen noch kindliche Den- ken einzustellen hat. In der praktischen Ausbildung ist es gerade für diese Al- tersstufe wichtig, einen ,,Paten" oder eine ,,Patin" zu haben, der/die sie stu- fenweise und altersgemäß in ihre Aufgabengebiete einführt. Die Ausbildungs- blöcke werden für die Schülerinnen des mittleren Dienstes einen eher schulischen Charakter besitzen. Ohne Zwang auszuüben, bedarf es doch ei- ner gewissen Lenkung zur Pflichterfüllung, etwa durch Anwesenheitskontrolle oder Prüfungen. Im Formalerschließungsunterricht ist es ganz besonders wichtig, durch für Jugendliche interessante Vorlagen, anschauliche Präsenta- tion des Bibliothekssystems und kleine Aufgaben, die durch Erfahrungen in der Bibliothek gelöst werden können, die Aufmerksamkeit zu bewahren. Die Absolventen der Fachhochschulen und die Studierenden im ersten Bil- dungsweg befinden sich im Alter von 18 bis ca. 25 Jahren. Das ist die Zeit, in der die meisten Energien vorhanden sind. Im Unterricht ist es wichtig, die 20 Siebert, Horst: Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung: Didaktik aus kon- struktivistischer Sicht. Neuwied: Luchterhand, 1996 (Grundlagen der Weiter- bildung). ­ ISBN 3-472-02613-8 1100 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 8/9
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