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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

THEMEN Betriebsorganisation 19. Jahrhundert hinein ohnehin Latein war. Auf diese Weise sind Bibliotheken zu geistigen und kulturellen Zentren gewachsen. In früheren Jahrhun- derten gehörten daher Bibliotheksbesuche zum wissenschaftlichen Touristik- programm eines Gelehrten. Während in den ersten beiden Dritteln des 20. Jahrhunderts die Bedeutung der Regionalbibliotheken etwas in den Hintergrund trat, zum Vorteil der Hoch- schul- und Universitätsbibliotheken, hat es im letzten Drittel des 20. Jahrhun- derts eine Rückbesinnung auf die ungeheuren kulturellen Schätze gegeben, die sich in Europa, und auf Grund der besonderen historischen Situation ge- rade auch in Deutschland, in den Regionen befinden. Einige der neugeschaf- fenen Bundesländer der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg und die allerneuesten Bundesländer nach der Wiedervereinigung, die keine Landes- bibliothek besaßen, entschlossen sich, entsprechende eigene Institutionen zu gründen oder wieder zu gründen. Im größeren politischen Rahmen gesehen ist vielleicht zu konstatieren, dass das Wiederaufblühen der Landesbibliotheken einerseits mit dem Zusammen- wachsen und der zunehmenden politischen Einheit Europas zusammenhängt, was auf der anderen Seite wiederum eine Rückbesinnung auf die Region, auf den kulturellen und geistigen Hintergrund des eigenen Umfelds zufolge hatte. Die deutschen Regionalbibliotheken entwickelten in den letzten Jahrzehnten aber nicht nur Konzepte für die Sammlung, Erschließung und Bereitstellung der historischen und aktuellen Medien, sie unternahmen auch verstärkt An- strengungen, sich in die weltweite Informationsstruktur einzubinden und sich zu kulturellen Zentren ihrer Region auszubauen. Vor diesem Hintergrund ist der Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur vom 17. Juli 2001 zu verstehen als eine folgerichtige Umsetzung der Kenntnis von der Bedeutung einer Landesbibliothek für das Land, wobei diese Bedeutung nicht nur akzeptiert, sondern expressis verbis auch gefördert werden soll. Im Erlass heißt es dazu: ,,Das Ministerium erkennt den Wunsch der Universität an, die bibliothekarische Versorgung weitgehend in die eigene Verantwortung zu übernehmen. Dazu ist es nicht zwingend er- forderlich, die historisch bedeutsame Niedersächsische Landesbibliothek (NLB) in die Universität einzugliedern, wie es von den Gutachtern vorgeschla- gen wird. Vielmehr wird eine Lösung angestrebt, die es der NLB gestattet, sich ihrerseits verstärkt ihren Kernaufgaben und dem Ausbau zu einer moder- nen und innovativen Regionalbibliothek zuzuwenden, und andererseits zu der Universität hinsichtlich der ergänzenden bibliothekarischen Versorgung durch ihre bisherige Zentralbibliothek in eine Kundendienstleisterbeziehung zu treten." 1040 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 8/9
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