Path:
Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue37.2003 (Rights reserved)

THEMEN Bibliotheken 1933 hinzuweisen oder auf die mit den Registern fast dreißigbändige Ausgabe der Tagebücher Goebbels oder auf die umfangreiche Mikrofiche-Edition der offiziellen NS-Meldungen und -berichte zum Thema ,,Regimekritik, Widerstand und Verfolgung in Deutschland und den besetzten Gebieten", auf das große Werk ,,Darstellungen und Quellen zur Geschichte von Auschwitz" sowie auf die Sterbebücher von Auschwitz, und auf das vor kurzem vorgelegte Buch der Erinnerung über die ins Baltikum deportierten Juden ­ dazu ist gerade am heutigen Tage eine große positive Rezension in der Süddeutschen Zeitung erschienen ­ oder das umfangreiche Werk ,,Widerstand als ,Hochverrat` 1933 ­ 1945 die Verfahren vor dem Reichsgericht, dem Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht". Zu nennen ist aber auch die auf 50 Bände angelegte Dokumentation ,,Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945­1999". Zahlreiche ein- schlägige Biographien und Bibliographien gehören natürlich auch in dieses Verlagsprogramm: erwähnen will ich nur das zwanzigbändige Lexikon deutsch-jüdischer Autoren, das 1300 Persönlichkeiten präsentiert und damit deutsch-jüdische Geschichte erleb- und nachvollziehbar macht. Im vergange- nen Jahr hat Herr Saur in Wien und dann noch einmal hier im Jüdischen Mu- seum das Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Her- kunft vorgestellt. Dieses in mehrjähriger Arbeit in der Wiener Nationalbiblio- thek erstellte Verzeichnis von 8000 Personen, in Kurzbiographien jeweils prä- sentiert und durch Register erschlossen, dokumentiert nicht nur die Schicksale der Betroffenen sondern auch den großen Verlust für die Geistes- und Kulturgeschichte Österreichs und darüber hinaus. Die riesige Zeitungsausschnittsammlung Steiniger, eine einzigartige Quelle für die jüdische Kultur in Deutschland von 1840 bis 1940 hat er durch Verfilmung gerettet und als Mikrofiche-Edition zugänglich gemacht. Eng arbeitet er mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin zusammen; so hat er in vier Bänden den Katalog der Bibliothek veröffentlicht und mit dem Zentrum 450 weitgehend unbekannte Schriften und Broschüren zur ,,Judenfrage" zwischen 1789 und 1914 als Mikrofiche-Edition verbreitet. Als letztes nenne ich noch die Quellen zur Geschichte der Juden in den Archi- ven der neuen Bundesländer; unter anderem bringen zwei Bände Dokumente aus dem Geheimen Staatsarchiv unserer Stiftung Preußischer Kulturbesitz und ein Band Texte aus der Stiftung Neue Synagoge Berlin ­ Centrum Judai- cum. Meine Damen und Herren, die wenigen von mir so eben genannten und die vielen, vielen unerwähnten Kompendien leisten unverzichtbare Dienste für die Wissenschaft; sie sind ein riesiges Reservoir, das der Forschung eine vorzüg- liche Basis, für vertieftes Quellenstudium liefert, das aber auch zumindest teilweise dem interessierten Laien einen eindrucksvollen Einstieg und eine gu- 896 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 7
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.