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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue37.2003 (Rights reserved)

THEMEN Altes Buch mit Dr. Konrad von Rabenau und Joachim Krauskopf diese Bild-Datenbank aufgebaut. Sie umfasst zur Zeit ca. 900 Aufnahmen und stellt eine bisher ein- zigartige Zusammenstellung dar. Andreas Wittenberg und Ulrike Marburger (beide Berlin) arbeiten seit August 2002 an einer neuen Allegro-Datenbank. Angesiedelt in der Staatsbibliothek zu Berlin, soll sie die Rollen und Platten verzeichnen, die der übliche Ein- bandschmuck im 16. Jahrhundert sind. Federico Macchi (Mailand), der zusammen mit seinem Vater eine private Ein- bandsammlung aufgebaut hat, stellte sein Wörterbuch zur Einbandkunde vor. Es beinhaltet 1000 Begriffe mit Abbildungen und Skizzen. Zum italienischen Text werden die Übersetzungen der Fachbegriffe in mehrere Fremdsprachen gegeben. (Dizionario illustrato della legatura / Federico Macchi; Livio Macchi. Milano: Bonnard 2002, ISBN 88-86842-41-4) Im Anschluss an die Vorstellung dieser Projekte gab es Gelegenheit zur Dis- kussion, die dann in verschiedenen Gruppen vertieft wurde. Dem lebhaften Gedanken- und Ideenaustausch setzte erst der Beginn der Führung durch die Bibliothek ein Ende. Der Abend fand seinen Abschluss in einem geselligen Beisammensein beim Abendessen, zu dem die Johannes a Lasco Bibliothek alle Teilnehmer eingeladen hatte. Mit der Problematik von Einbandrestaurierungen befasste sich der Vortrag von Dr. Gerd Brinkhus (Tübingen) Buchrestaurierung und Einbandforschung am Samstag. Die kategorische Forderung von Janos Szirmai ,,Stop destroy an- cient bindings!" von 1988 stellte er an den Anfang. Damals waren karolingi- sche Einbände, die noch original erhalten waren, ohne Dokumentation neu gebunden worden. Die Informationen, die aus den Originaleinbänden, auch oder gerade wenn sie beschädigt sind, entnommen werden können, gingen damit unwiederbringlich verloren. Denn oft gibt die Hülle eines Buches wichti- gere Informationen als der Text. Daher müssen Einbandkunde und Restaurie- rung gemeinsam zu einer praktikablen Lösung kommen. Diese könnte darin bestehen, nur in den Fällen ein Buch zu restaurieren, wo sicher ist, dass ge- nau derselbe Typus identisch vorhanden ist (so sollte von mehreren gleichen Bänden nur einer restauriert und die anderen im vorgefundenen Zustand be- lassen werden). Zudem ist eine konservierende Behandlung (Kassetten) schon aus Kostengründen im Normalfall zu wählen. Der Inhalt der nicht res- taurierten Bücher muss aber durch Ersatzmedien (Film, Digitalisierung) gesi- chert werden, auf die gegebenenfalls für die Benutzung zurückgegriffen wer- den kann. Ist ein Konservierungseinband unbedingt nötig, so muss der Origi- naleinband (incl. Kapital und Heftfäden) unbedingt aufgehoben werden. Der Vortrag führte zu einer erregten und kontroversen Diskussion mit den an- wesenden Restauratoren, die zeigte, dass diese Thesen durchaus nicht un- 28 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 1
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