Path:
Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue37.2003 (Rights reserved)

Bibliotheken THEMEN 1.2 Wer war nun Max Herrmann? Als Germanist und Begründer der Thea- terwissenschaft an der Berliner Universität war er der Preußischen Staatsbib- liothek eng verbunden. Als Jude verlor er 1933 seine Professur, konnte nur noch sehr erschwert seine Bibliothek benutzen und kam schließlich elendig Ende 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt um1. Es ist das Verdienst der früheren Generaldirektorin der Deutschen Staatsbib- liothek, Frau Prof. Dr. Friedhilde Krause, dass seit 1979 das Andenken an Max Herrmann gepflegt wurde; schon damals wurde alljährlich ein Preis an eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter der Einrichtung vergeben, und zwar für besonders benutzerfreundliches Verhalten. Nach der Vereinigung der Staats- bibliotheken konnte diese Praxis, auf Institutionenebene nicht fortgesetzt wer- den. Aber in veränderter Form wurde das Anliegen aufgegriffen und die neue Preisverleihung durch den Verein initiiert. Eine dreiköpfige Jury, vom Vorstand des Vereins berufen, wählt den jeweiligen Preisträger aus. Der Preis besteht aus einer persönlichen Urkunde und dem besonders sorgfältigen, eigens für die Ehrung erstelltem Nachdruck der Erstausgabe der von Moses Mendelssohn ins Deutsche übersetzten Psalmen, die im Jahre 1783 bei Fried- rich Maurer in Berlin erschienen ist. Preisträger waren bisher: · im Jahr 2000 Frau Dr. Lowenthal-Hensel, die sich in besonderer Weise für das Mendelssohn-Archiv in der Musikabteilung verdient gemacht hat ­ auch in ihrer Eigenschaft als langjährige Vorsitzende der Mendelssohn- Gesellschaft ­ und die weiterhin, den wichtigen Nachlass ihres verstorbe- nen Mannes Ernst Gottfried Lowenthal der Handschriftenabteilung ver- macht hat, · im Jahr 2001 Herrn Prof. Dr. Paul Raabe, · im Jahr 2002 Herrn Prof. Dr. Wolfgang Frühwald. Auf die Mäzenatin, auf den Bibliothekar, Wissenschaftler und Kulturmanager, auf den Gelehrten und Wissenschaftsorganisator folgte nun in diesem Jahr als vierter Preisträger der Verleger, Herr Prof. Dr. h.c. mult. Klaus Gerhard Saur. 1.3 Über die Gründe der Verleihung an Herrn Saur unterrichtet meine nach- folgende Laudatio. Sichtbar bewegt, äußerte er sich anschließend in einer kurzen Ansprache. Er dankte dem Verein für diese Preisverleihung und klärte die zahlreichen Gäste dieses Festaktes darüber auf, warum er sich in den letz- 1 Ausführlicher über ihn, den Preis und den Verein informiert die Broschüre ,,Biete Weisheit, suche Freunde ­ Die Neugründung des Vereins der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin." Veröffentlichungen der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin. Band 1. Zweite, aktualisierte Auflage, Berlin 2002. 54 S. (Bezug über die Geschäftsstelle des Vereins Unter den Linden 8, 10117 Berlin.) Besonders hinzuwei- sen ist auf Heinz Knobloch S. 23 ff. BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 7 887
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.