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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

THEMEN Erwerbung wurden fünf mal so häufig genutzt wie die des Vorjahrgangs. Dies unterstützt die bereits anhand anderer Untersuchungen aufgestellte These, dass bei me- dizinischen Printzeitschriften das Interesse an älteren Jahrgängen stark nach- lässt. Außerdem wird beim Nutzungsverhalten das ,,Browsen" eindeutig dem gezielten Lesen/Kopieren vorgezogen. In der Beobachtungsperiode wurden von den 520 beklebten Zeitschriften 156 überhaupt nicht genutzt. Die geringe Korrelation von 0,166 zwischen elektronischer Nutzung und der Nutzung der gedruckten Zeitschriften, bezogen auf die 170 in 2001 sowohl elektronisch als auch gedruckt verfügbaren Zeitschriften, ist ungewöhnlich. Dies lässt u. a. folgende Interpretation zu: Die schnellere Verfügbarkeit der Zeitschriften und auch die Unabhängigkeit von den Öffnungszeiten der dezen- tralen Bibliotheken erhöht die Akzeptanz und die Nutzung des elektronischen Mediums gegenüber dem gedruckten, so dass eine hohe elektronische Nut- zung mit einer niedrigen Nutzung der gedruckten Ausgabe einhergehen kann. Eine singuläre Betrachtung der konventionellen Nutzung würde zu Fehlern in der Gewichtung der tatsächlichen Nutzung der Zeitschriften führen, wie das Beispiel Nature zeigt. Um Fehlbewertungen gegenzusteuern, wurden die hochgerechneten Zahlen beider Nutzungsanalysen addiert. Im Rahmen des Projekts war es wichtig, die Erhebung und Aktualisierung der anderen Variablen zu optimieren, da bei zukünftigen Entscheidungen auf die Nutzungsanalyse gedruckter Zeitschriften wegen des damit verbundenen ­ unvertretbar hohen ­ personellen Aufwandes verzichtet werden muss. 6. Preis und Preis/Nutzung 6.1 Grundsätze Angesichts stagnierender Zeitschriftenetats und steigender Abonnement- preise ist es sinnvoll, das bestehende Zeitschriftenangebot anhand objektiver Parameter auf Wirtschaftlichkeit hin zu überprüfen. Der Preis einer Zeitschrift kann bereits allein ein Auswahlkriterium sein, wenn man ein Preislimit pro abonniertem Zeitschriftentitel setzt.14 Interessanter ist es jedoch, Relationen zwischen Preis und Nutzung zu berechnen, d. h. den Preis pro Nutzung zu bestimmen. Der Preis-/Nutzungsfaktor stellt den Preis der einzelnen Nutzung dar, indem der Quotient aus dem Abonnementpreis einer Zeitschrift und der Anzahl der 14 In diesem Modellentwurf werden vereinfacht nur die Abonnementpreise als Kosten gerechnet, weitere Kosten wie Personal-, Medien-, Sach- und Betriebskosten blei- ben unberücksichtigt. Dieses Vorgehen führt zu einer Verzerrung zugunsten der Zeitschriftenabonnements z. B. gegenüber Dokumentlieferdiensten und ist eine nur vorläufig gerechtfertigte Annäherung an die wirklichen Kosten. 772 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 6
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