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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue37.2003 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung chen sind in dieser Form aber unbekannt und stehen so auch nicht in den ein- schlägigen Verzeichnissen. Wer ,,Ewe" als Sprachbezeichnung eintippt, be- kommt nichts angezeigt, da die einschlägigen Titel nur unter dem SW ,,Ewe- Sprache" zu finden sind. Wer ,,Swahili-Sprache" eingibt, erzielt keinen Treffer, weil das SW ,,Swahili" lautet. Verweisungen vom Typ ,,Ewe ", ,,Swahili-Sprache" fehlen meist oder werden (in Bayern) im lokalen SWK nicht angezeigt. Warum Ansetzungen vom Typ ,,Ewe " das eine Mal nicht möglich sein sollen, dann aber manchmal doch auftreten (vgl. Romani ) ist für den Außenstehenden unerklärlich. Es kann bezweifelt werden, ob es zweckmäßig ist, dass in der ,,Schlagwort- sprache" (§ 1.2 RSWK) ein Nebeneinander solcher formaler Varianten für GN zugelassen werden. Auch ihre fakultative Verwendung vor allem in Verwei- sungsformen muss man vor allem dann in Frage stellen, wenn sie nur in Aus- wahl eingetragen werden und oft auch gar nicht. Hier wäre es vielleicht auch ein Akt der Barmherzigkeit unter Berücksichtigung der Gestaltung der Such- programme mit einer einfachen und konsequent angewandten Regel die Suche im Schlagwortkatalog im Regelfall zum Erfolg werden zu lassen. Das heißt, dass bei Verwendung der allgemein bekannten Namensformen als ,,amtliche" Schlagwörter beim Sucheinstieg alle Schreibvarianten per Pro- gramm mitberücksichtigt werden sollten, sodass ein weitgehend vollständiges Ergebnis erzielt würde und möglichst alle einschlägigen Titel angezeigt würden. 6. Vorschläge Die Vorschriften des § 701 RSWK über die Ansetzung von GN im Schlagwort- katalog sind in der derzeitigen Fassung nur scheinbar klar und schlüssig. Ihre Umsetzung in der bibliothekarischen Praxis zeigt ein so hohes Maß an Willkür und Inkonsequenz, dass es erlaubt sein sollte, einige Vorschläge für eine eventuelle Neufassung des § 701 RSWK vorzulegen. Im SWK sind die Formen von Sprachbezeichnungen nach folgenden Priori- täten zu wählen: Es ist in jedem Fall zu prüfen, ob es für eine Sprache einen eindeutigen GN gibt. Dieser wird in der für die betreffende Sprachfamilie üb- lichen Form angesetzt. Die deutschen Namensformen erhalten, wenn vorhan- den, den Vorzug, sonst ist das Autonym/die Selbstbezeichnung, zu wählen. In allen anderen Fällen werden eine der in den vorgeschriebenen Nach- schlagewerken nachweisbaren Namensformen gewählt. Wenn Orts-/Stam- mesnamen und GN formal übereinstimmen, werden in jedem Fall die ver- schiedenen Namensformen durch die Homonymenzusätze , usw. von einander abgegrenzt. 644 BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 5
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