Path:
Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

THEMEN Benutzung Bei diesem methodischen Modell beginnt eine Schulung mit einem konkreten Experiment der Teilnehmer, z.B. Recherchen in einer Datenbank. Die dabei gemachten Erfahrungen und Fehler werden in der nächsten Phase reflektiert und als Grundlage genutzt für die Erarbeitung von allgemeinen Merkmalen oder Handlungsstrategien, z.B. Recherchestrategien oder Datenbankmerkma- len. In der folgenden Phase werden die Konzepte und der Lernfortschritt durch 5 Anwendung der Strategien geprüft und vertieft. Gerade an dem ,,experimental learning cycle" lassen sich grundlegende, aus der Lernpsychologie abgeleitete Methodenprinzipien des ,,entdeckenden Ler- 6 nens" verdeutlichen. Vor diesem Hintergrund sollten auch in Deutschland bei bibliothekarischen Weiterbildungsmaßnahmen für Schulungen Grundlagen- kenntnisse im Bereich der Lernpsychologie vermittelt werden. Vorteilhaft ist es dabei sicherlich die Zusammenarbeit mit Fachexperten aus dem Bereich der Hochschuldidaktik und pädagogischen Psychologie, die für Weiterbildungs- maßnahmen für Schulungsteams, aber auch Bibliothekare im Auskunfts- 7 bereich , gewonnen werden sollten. Pädagogische Rahmenbedingungen für effiziente Schulungskonzepte Die bei Markless weitgehend vernachlässigten organisatorischen und konzep- tionellen Aspekte erfolgreicher Schulungsveranstaltungen stehen im Mittel- punkt eines Projekts, das von Cerise Oberman von der Bibliothek der Platts- burgh State University of New York vorgestellt wurde. Das Hauptinteresse dieses Projekts gilt der Verbesserung institutioneller und konzeptioneller Be- dingungen zur Vermittlung von ,,Information Literacy". Die grundlegende Frage des Projekts ist: ,,Is there a unique set of criteria that exists for all effective in- formation literacy programs despite the differences in the types and sizes of institutions?" In ihrem Vortrag mit dem Thema ,,What the ACRL Institut for In- formation Literacy Best Practices Initiative tells us about the librarian as tea- cher" beschränkte sie sich weitgehend auf die Darstellung von Ergebnissen 5 Dieser Ansatz wurde inzwischen mit sehr positiver Resonanz bei den Schulungs- veranstaltungen der Universitätsbibliothek Heidelberg getestet. 6 Das Konzept des ,,entdeckenden" oder ,,induktiven" Lernens basiert auf Theorien Piagets, Bruners und Vygotskys. 7 In den Gesprächen mit Mitgliedern der ,,section reference librarians" wurde nach- drücklich eine Vermittlung solcher lernpsychologischer Kenntnisse auch an Aus- kunftsbibliothekare gefordert. Sie übernehmen zunehmend Lehrfunktionen (,,tea- ching on demand") bei der Realisierung von bibliothekarischen Konzepten, die sich an Prozessmodellen, z.B. ISP-Modell von Kuhltau, orientieren. 1684 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 12
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.