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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Ausland THEMEN kleiner Universitäts- sowie selbständig forschender Institute neben denen feu- daler Klubs mit kostbaren Gemälden, Ledersesseln und Raucherlaubnis; nüchtern, aber effizient organisierte Informationszentren großer Rechtsan- walts-kanzleien und Banken neben großzügig ausgestatteten öffentlichen Zentralbibliotheken; Goethe-Institute, Museen, Zoo, Radiosender - und als ,,Krönung" die musealen Prachtbauten der Library of Congress sowie der New York Public Library. Positiv aufgefallen ist uns der durchweg hohe Einsatz, in den meisten Fällen sogar die echte Begeisterung unserer amerikanischen Kolleginnen für ihre Einrichtungen. Viele von ihnen verstanden es geradezu perfekt, Freundlich- keit, ja Liebenswürdigkeit mit Selbstbewusstsein optimal zu verbinden ­ nach dem Motto: ,,Hier bin ich ­ und hier ist meine Bibliothek!" Eine Haltung, von der viele von uns nur lernen können ­ neigten wir doch eher dazu, kritische oder verzagte Töne anzuschlagen, wenn die Rede auf das deutsche Biblio- thekswesen kam. Ziemlich erstaunt waren wir auch des öfteren über die Diskrepanz zwischen modernster Computertechnik und architektonischen Prachtbauten einerseits und den in denselben Gebäuden andererseits recht ,,vorsintflutlichen" Arbeits- bedingungen bei Kunstlicht, lärmenden Klimaanlagen oder in den engen Ar- beitszellen (,,cubicles") eines Großraumbüros. Hingegen waren auch kleinere Bibliotheken ­ für deutsche Verhältnisse ­ mit- unter beneidenswert großzügig mit Fachpersonal ausgestattet. Dabei hörten wir kaum einmal, dass Titelaufnahmen in Eigenarbeit erstellt werden ­ viele unserer amerikanischen Kolleginnen nutzen dafür zum großen Teil die Kata- logisate der Library of Congress. Sehr beeindruckt hat uns auch das Thema Sponsoring oder Fundraising ­ in den USA auch für Bibliotheken ein gängiges Verfahren zum Einwerben von (zusätzlichen) Mitteln. Die Anteile der auf diese Weise gewonnenen Gelder sind von Bibliothek zu Bibliothek sehr unterschiedlich. So unterhält z.B. die zu 70­80% aus privaten Quellen finanzierte Science, Industry and Business Lib- rary der New York Public Library für das Fundraising eine eigene Abteilung mit 40 Mitarbeitern! In der Bibliothek des National Press Clubs in Washington wa- ren die Namen der Stifter von Büchern und Zeitschriften auf kleinen Bronze- schildern an den jeweiligen Regalen zu lesen, in der New York Public Library hat man gleich ganze Lesesäle nach den edlen Spendern benannt. Der 11. September 2001 war in allen Bibliotheken ­ ohne dass wir danach ge- fragt haben -mehr oder weniger direkt ,,präsent". Das merkten wir oft schon an den z.T. sehr strengen Sicherheitskontrollen am Eingang. Und meistens be- kamen wir von den amerikanischen Kolleginnen zu hören: ,,Nach dem 11. September geht es unserem Bibliotheksetat nicht mehr so gut..." BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 11 1475
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