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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

THEMEN Ausland zu regem Leben zu erwecken. Auch die Jahresstatistik ­ 40.000 Informations- anfragen von Studenten- bzw. Arbeitgeberseite und eine Steigerung der Aus- leihzahlen von 25 auf 500 jährlich spricht eine deutliche Sprache. Ferner her- vorzuheben sind die Veröffentlichung eines monatlichen E-Mail-Newsletters sowie das ,,maßgeschneiderte" Katalogsystem, um Informationen möglichst schnell und unbürokratisch bereitzustellen. Marjories ,,Geheimnis" liegt sicher auch im ,,Branding": ihre Bibliothek so ein- malig und qualitätsorientiert wie eine Firmenmarke zu entwickeln und publik zu machen ­ eine Strategie auf Erfolgskurs! Umso erstaunlicher, dass Marjo- rie trotz ihres interessanten Arbeitsplatzes bereits offen über einen Jobwech- sel nachdenkt, um sich weiterzuentwickeln ­ ein mutiger Schritt, den die meis- ten deutschen Kollegen nicht so ohne weiteres tun bzw. in Anbetracht der an- gespannten Arbeitsmarktsituation auch kaum in Erwägung ziehen würden. Beeindruckt hat uns auch Sandra Kitt, Leiterin der Abteilung Astrophysik und Auskunftsbibliothekarin der Bibliothek des American Museum of Natural Histo- ry, New York. Die astrophysikalische Sammlung wurde früher als eigenständi- ge One-Person-Library geführt, dann aber in die Hauptbibliothek eingegliedert. Diese besitzt annähernd eine halbe Million Bände und ist mit ihren zahlreichen Spezialabteilungen zur inhaltlichen, formalen und technischen Medienbearbei- tung wirklich sehenswert. Leider muss hier ­ auch in Folge des 11. September 2001 und der damit spärlicher fließenden Sponsorengelder ­ kräftig gespart werden: Von ehemals 40 Mitarbeitern wurde das Bibliothekspersonal auf 28 reduziert; frei werdende Stellen werden nicht wieder besetzt. Zum Schluss gelangen wir in das ,,Herzstück" von Sandra Kitts Arbeitsbereich: den nach ihren Plänen eingerichteten separaten Lesesaal für die Astrophysi- ker. Schlichte, doch elegant wirkende dunkle Regale und Sitzmöbel, dazu die in Airbrush-Technik gestalteten Gemälde des amerikanischen Künstlers H. K. Wimmer schaffen eine angenehme Atmosphäre. Hier stehen die jeweils neu- esten Monographien und Zeitschriften im Bereich Astrophysik bereit; ältere Jahrgänge wandern in regelmäßigen Abständen ins Magazin. Sandra Kitt ist übrigens die erste farbige Bibliothekarin in leitender Position, die wir auf unse- rer Reise treffen. Fazit Nach ersten Reiseeindrücken befragt, hat wohl jedes Mitglied unserer Gruppe spontan so oder ähnlich geantwortet: ,,Anstrengend ­ aber sehr interessant!" Es ist an dieser Stelle gar nicht so einfach, allgemein zutreffende Aussagen über das amerikanische Bibliotheksleben zu machen. Dazu waren die von uns besuchten Einrichtungen einfach zu unterschiedlich, was Größe, Ausstattung und Trägerschaft, Benutzerkreis und Sammelgebiete angeht: Bibliotheken 1474 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 11
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