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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Informationsvermittlung THEMEN Zunächst war diese als ,,Alternative Homepage" bezeichnet worden, mit dem Vorschlag, eine solche Seite zu einer allgemein einsetzbaren Ergänzung von Bibliotheks-Homepages weiterzuentwickeln. Dieser Vorschlag setzte sich nicht durch. Er folgte dem Beispiel der mathematischen Institute und Fachbe- reiche in Deutschland (und auch schon anderswo!), die inzwischen alle eine gemeinsam gestaltete, einheitliche ,,Alternative Homepage" haben, die sog. MathNet-Seite. Der Braunschweiger Vorschlag wurde in Deutsch und Englisch vorgestellt, wobei die englische Version mit englischsprachigen Kollegen (England und USA) diskutiert wurde. Auf Englisch kann man dazu ,,Site Map" sagen, auf Deutsch dürfte ,,Schnelle Übersicht" immer noch besser sein. Für solche Bibliotheken, die ihre Angebote oder die wichtigsten Seiten auch auf Englisch bereitstellen wollen, sollte es eine Liste von empfohlenen und geprüften Bezeichnungen für die Kernbegriffe geben, sowie auch Hinweise auf häufige Fehler, wie z.B. den falschen Plural ,,informations" oder das oft missverstandene Wort ,,copy". Die UB Braunschweig hat für ihre Zwecke eine Liste von Bezeichnungen zusammengestellt: http://subito.biblio.etc.tu-bs.de/cool/page.php?urG=ged&urA=100&urS=a Außerdem kann man generell das Studium von Bibliotheks"auftritten" in Eng- land und USA empfehlen. Wenn über eine Wortwahl nachgedacht wird, und das gilt auch für die Punkte 2 und 3, ist immer auch die Frage zu berücksichtigen, was ein Wort oder ein Ausdruck dem Leser suggerieren könnte, vor allem demjenigen ohne infor- mationstechnische oder -theoretische Vorbildung. Wörter wie ,,Intelligenz" o- der ,,Relevanz" rufen womöglich ganz falsche Erwartungen hervor. Sehr schnell wird, ganz unreflektiert, viel mehr Intelligenz im System vermutet als dieses überhaupt besitzen kann, wenn man die wahre Natur der internen Vor- gänge bedenkt. Ganz allgemein muss man deshalb sehr vorsichtig mit Meta- phern umgehen. Die Fachsprache der Informatik ist reich an Metaphorik, und nicht selten ist die Fachbedeutung eines Wortes oder Ausdrucks weit von sei- ner Alltagsbedeutung entfernt. Dazu gehören auch so scheinbar harmlose Wörter wie ,,Dialog" oder ,,Kommunikation", wenn einer der Partner eine Ma- schine ist. Manche Wörter, wie ,,Dokument" oder ,,Datenbank" haben ein der- art breites Bedeutungsfeld, dass man sie mit großer Vorsicht einsetzen muss. Generell suggeriert möglicherweise das Wort ,,Suchen", besonders in der ,,Suchmaschine", dass da ein Automat nach Inhalten und Bedeutungen fahn- det, wo er doch nur Zeichenketten in speziell aufbereiteten Dateien abgleicht. (Mit andern Worten: es findet keine semantische, sondern nur eine rein forma- le Suche statt.) Was dabei als ,,Treffer" herauskommt, kann durchaus dem Benutzer als totale ,,Niete" erscheinen. Literaturhinweis: Busch, Carsten: Metaphern in der Informatik : Modellbil- dung - Formalisierung - Anwendung. - DUV 1998. Diss. TU Berlin 1997. ISBN 3-8244-2096-1. [Untersucht auch die Proble- matik vermenschlichender Computermetaphern] BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 10 1339
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