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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Ausland THEMEN man aus dem Provisorium einen neuen konzeptionellen Ansatz als Dauerlö- sung werden lässt, ist noch offen. Bewusst hatte man sich seinerzeit für eine Errichtung der regionalen Landesbibliothek in Granada und nicht der Landes- hauptstadt Sevilla entschieden, um der historischen Bedeutung der ehemali- gen Hauptstadt des arabischen Andalusien Rechnung zu tragen. Die 60 spanischen Universitätsbibliotheken sind noch überwiegend zwei- schichtig organisiert, allerdings mit zunehmender Tendenz, technische Dienst- leistungen zu zentralisieren und nur die Benutzungsdienste dezentral in den Instituten zu belassen. Die Zentralbibliothek der Universität Carlos III (http://www.uc3m.es/biblioteca/guia) ist eine typische moderne Campusbiblio- thek in einem zweischichtigen Universitätssystem mit einem großen Lesesaal in Rotundenform, der sich über mehre Ebenen erstreckt, mit Fernleihangebo- ten und großzügigen Öffnungszeiten. In den Examenswochen ist die Zentral- bibliothek bis 1 Uhr morgens geöffnet, außerhalb dieser Zeit von 9 bis 21 Uhr. Man verfügt über einen lokalen OPAC (Absys) mit den üblichen Funktionalitä- ten wie Verfügbarkeit des Exemplars, Vormerkung, Kontenabfrage. Klassifi- ziert wird in ganz Spanien nach der europäischen Variante der Dezimalklassi- fikation CDU (=UDK), nach der auch der Präsenz- und Ausleihbestand syste- matisch aufgestellt wird. In der bereits 1531 gegründeten Bibliothek der Universität von Granada (http://www.ugr.es/%7Ebiblio/) wurden den deutschen Gästen wertvolle Inku- nabeln und Handschriften (u.a. die Schedelsche Weltchronik von 1493) ge- 4 zeigt. Der Altbestand ist über eine Datenbank recherchierbar, die, wie das deutsche VD17 auch digitalisierte Illustrationen zu den Manuskripten, Inkuna- beln und Frühdrucken enthält. Gleichzeitig ist die Bibliothek mit 800.000 Bän- den, 5000 laufenden Zeitschriften, 450 elektronischen Zeitschriften, Online- Katalogen und -Datenbanken eine Hochschulbibliothek modernen Zuschnitts. Die spanische Nationalbibliothek, (http://www.bne.es), 1712 mit 8.000 Bänden als öffentliche Schlossbibliothek unter Philip V gegründet und seit 1892 im heutigen Gebäude am Plaza Colón, ist eine dem Erziehungs- und Kultusmi- nisterium direkt unterstellte Einrichtung mit einer Generaldirektion und den Hauptabteilungen Technik, Management und Marketing/Öffentlichkeitsarbeit. Mit über 8 Mio. Bänden, davon 25.000 Handschriften und 3.000 Inkunabeln obliegen ihr die für eine klassische Nationalbibliothek üblichen Aufgaben der Sammlung, Verzeichnung und Konservierung aller in spanischer Sprache er- schienenen Dokumente sowie der Sammlung internationaler Veröffentlichun- gen aus Forschung, Kultur und Informationswesen. In den 70er-Jahren, als es an gut ausgebauten Universitätsbibliotheken in Madrid mangelte, hatte man 4 http://fondant.ugr.es/aljibe/consulta.html BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 2 145
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