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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung 2. Ausarbeitung des Regelwerks Zur Ausarbeitung des IDS-Regelwerks auf der Grundlage der AACR2 setzte die KDH eine Arbeitsgruppe ein, die AG AACR2. In der Anfangsphase war die Arbeits-Teilübersetzung der AACR2 von Margarete Payer eine große Hilfe. Anhand dieser Teilübersetzung wurde nämlich bald klar, dass eine wörtliche Übersetzung der AACR2 keinen Sinn macht, denn einerseits sind die Rege- lungen in den AACR2 oft recht allgemein gehalten und lassen einen großen Entscheidungsspielraum in den einzelnen Bibliotheken zu (etliche ,,optional additions`). Auch unterscheiden die AACR2 zwar drei Levels der Erschlie- ßungstiefe (Kap. 1.0D.), doch sind diese Levels nur rudimentär festgelegt. Es ist beispielsweise völlig offen, welche Fußnoten bei welchem Level vorge- schrieben sind. Andererseits hatte sich die KDH bereits Jahre zuvor das Ziel gesetzt, den Aufwand für die Katalogisierung so zu reduzieren, dass für die gesamte Erschließung eines Dokuments (Formal- und Sacherschließung zu- sammen) im Durchschnitt nicht mehr als 15 Minuten benötigt werden. Präzisierungen im Bereich der Optionen und der Erschließungstiefe bringen erst die DARI, die AACR2 decisions and rule interpretations, die separat für die Nationalbibliotheken der USA, Kanadas, Großbritanniens und Australiens die Erschließungstiefe und die Anwendung vieler Kann-Regelungen festlegen. Die AG AACR2 beschloss deshalb, die Library of Congress rule interpretati- ons (LCRI) in die AACR2-Übersetzung zu integrieren und gleichzeitig das Re- gelwerk zu verschlanken. Der Aufbau des Regelwerks soll dabei möglichst nah am Original sein (z.B. durch die übereinstimmende Kapitel- Nummerierung). Für die unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb des IDS wurden zwei verbind- liche Katalogisierungsniveaus festgelegt: das Minimalniveau und das Normal- niveau. Das Minimalniveau stellt den Mindeststandard dar, den alle teilneh- menden Bibliotheken erfüllen müssen. Es entspricht etwa dem Level 1 der AACR2 (vgl. Kap. 1.0D1.). Das Normalniveau dagegen beschreibt den Stan- dard, der in den größeren am Verbund teilnehmenden Bibliotheken ange- wandt werden muss. Es liegt etwas unterhalb des Levels 2 der AACR2. Eine eigene Arbeitsgruppe befasste sich mit der Adaption und Vereinfachung von USMARC auf die IDS-Bedürfnisse. Auch hier ging es in erster Linie um eine Verschlankung des Formats. Daneben wurden aber auch IDS-spezifische Felder und Unterfelder neu definiert. Ein wichtiger Punkt war die Möglichkeit der hierarchischen Verknüpfungen z.B. für mehrbändige Werke und Serien, die unbedingt beibehalten werden sollten. Als Namen für das Regelwerk einigte man sich auf KIDS (Katalogisierungsre- geln IDS). Damit neben dem Katalogisierungs-Regelwerk kein separates For- mathandbuch erforderlich ist, wurden die nötigen Formatangaben direkt ins Regelwerk integriert. Das mag auf den ersten Blick befremdlich wirken, ist a- ber für die tägliche Arbeit von unschätzbarem Vorteil. 1308 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 10
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