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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Erschließung THEMEN arbeit an den RAK2, ferner zu ihrem ,,Szenario" AACR-basierter RAK. Distan- zierte Zuhörer spürten bei dieser Vision, dass sich, wenn überhaupt, nur hier eine Tür öffnen lässt. Untermauert wurde die Ablehnung der radikalen ,,Umstiegs"-Lösung durch eine Phänomenologie praktischer Implikationen, die uns aus ökonomischen und personellen Gründen hindern, nicht aus Nostalgie am Alten festzuhalten, sondern aus Klugheit und weiser Voraussicht nicht in Extreme zu verfallen. Was geschaffen wurde, muss bleiben und darf nur be- hutsam modifiziert werden. Gegen die Internationalität hat niemand etwas ein- zuwenden, auch nicht gegen den Datentausch, obwohl es vielleicht unter- schiedliche Einschätzungen seiner Bedeutung im Alltag gibt. Die einen müs- sen damit arbeiten, im Glanz der Internationalität sonnen sich die anderen. Das Behutsame könnte praktiziert werden dadurch, dass man nur das Aus- tauschformat ändert, von MAB nach MARC geht, um so den AACR-Daten ei- nen leichteren Zugang in unsere Systeme zu öffnen. Hierzu hat sich Cornelia Katz vom BSZ Konstanz geäußert. Wirkliche Praxiserfahrung führte Kollege Willy Troxler von der UB St. Gallen vor. In der Deutschen Schweiz hat man sich vor Jahren für AACR entschieden, auch mit Rücksicht auf die franzö- sisch- und italienischsprachigen Landesteile, die man nicht mit einem deut- schen Regelwerk konfrontieren wollte. Die schweizerischen Lösungen deuch- ten aber allzu pragmatisch, für Bibliotheken mit Alt- und Sonderbeständen manches Mal etwas zu unbedarft, erreicht doch die Menge an Literatur und daraus folgender Katalogisate (mit den entsprechenden Normdateien für Per- sonen und Körperschaften) wohl nie die Ausmaße, welche die Bestände in der Bundesrepublik Deutschland hervorrufen. Normdatei hieß dann das Tertium comparationis. Natürlich denkt niemand im Traum daran, die deutschen Normdateien nun auf amerikanisch umzusetzen, den geliebten Schwarzwald in einen Black Forest zu wandeln oder arabische Titel ins Amerikanische zu transkribieren. Vorbehalte gibt es aber doch, ins- besondere was die Gebietskörperschaften und die Ortsbezogenheit von Körperschaften anbelangt. Dass die RAK-Gemeinde sich auch an der eigenen Nase packen muss, wurde deutlich. Manche Körperschaftsregel ist skurril und unpraktisch. Regeln für Zettelkataloge mussten früher die Zahl und Art der Einträge aus ökonomischen Gründen optimieren. Online-Kataloge können heute mehr leisten und Treffermengen eingrenzen. Das hat auch niemand bestritten, und es gab keinen Einwand gegen die Idee, dass die Futurismen internationaler virtueller Normdateien durchaus realisiert werden könnten, ja müssen. Fazit: Nationale Normdateien werden weiterhin nach den Belangen des Landes gepflegt und fortgeführt; Konkordanzen führen das Identische zu- sammen, ohne dass Selbstständigkeit aufgegeben wird. Nur ein einziger maßvoller Einwand gegen die Forderung, Personennamen zu individualisie- ren, erhob sich noch. Die überwiegende, auch die schweigende Mehrheit war BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 10 1297
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