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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung gegen den Umstieg fällt. Ein entsprechendes Votum des Standardisierungs- ausschusses ist überfällig. Ebenfalls dringend nötig wäre eine Präzisierung, wie der Grundsatzbeschluss vom 6. Dezember 2001 nun tatsächlich aufzu- fassen ist. Denn hier gibt es durchaus unterschiedliche Interpretationen. So wollte Dr. Marion Mallmann-Biehler (BSZ Konstanz) ihn lediglich als allgemei- ne Richtlinie verstanden wissen, die keineswegs einen Vollumstieg festschrei- be. War womöglich alles nur ein großes Missverständnis? Der Ausschuss soll- te möglichst schnell Klarheit schaffen. Welch enormer Aufwand bei einem Vollumstieg auf die Bibliotheken zukäme, stellte Ursula Hoffmann dar. Sicherlich der größte Posten dabei wäre die voll- ständige Umarbeitung der Normdateien. Die große Mehrheit der Direktoren in Baden-Württemberg ist ­ wie Werner Stephan (UB Stuttgart) ausführte ­ nicht bereit, den Umstieg unter diesen Bedingungen mitzutragen. Seitens des Süd- westverbunds hingegen wurde mit der Einsparung von Aufwand argumentiert ­ Cornelia Katz (BSZ Konstanz) skizzierte das Idealbild einer konverterfreien Datenbank. Dr. Mallmann-Biehler als Leiterin des Bibliotheksservicezentrums betonte ebenfalls, wieviel Arbeit für die Entwicklung und Pflege der Konversi- onsprogramme anfällt. Es stellt sich also die Frage: Wiegt die hier unter Um- ständen einzusparende Arbeit den bei den Bibliotheken entstehenden Mehr- aufwand tatsächlich auf? Dies wäre ein wichtiges Thema für die Machbarkeits- studie, die den avisierten Umstieg insbesondere unter betriebswirtschaftlichen Aspekten untersuchen soll. Allgemeine Akzeptanz kann wohl nur eine Lösung finden, die für alle Beteiligten mit erträglichem Aufwand nachvollziehbare Vor- teile bringt. In diesem Zusammenhang wird häufig auf das Datenformat ver- wiesen: Wäre ein Wechsel von MAB auf MARC ohne gleichzeitigen Regel- werkswechsel eine gangbare Alternative? ,,Im Prinzip ja", war die Antwort von Cornelia Katz, obwohl auch eine solche Umstellung nicht zum Nulltarif zu ha- ben wäre. Auch für Werner Stephan wäre ein solcher Formatwechsel akzep- tabel. Es würde daher lohnen, sich (wie schon von Bernhard Eversberg in Augsburg vorgeschlagen) mit dieser Option intensiv auseinanderzusetzen und entsprechende Szenarien zu entwickeln. Eine interessante Ergänzung zum Augsburger Vortrag von Elena Balzardi (Schweizerische Landesbibliothek) brachte das Referat von Willy Troxler (UB Sankt Gallen) über die Erfahrungen im Informationsverbund Deutschschweiz (IDS). Die Entscheidung für die AACR2 war dort primär politisch motiviert ­ in dieser Hinsicht ist die Situation mit der unseren vergleichbar. Neu und überra- schend für die meisten Teilnehmer des Kolloquiums war jedoch, wie groß die Modifikationen der IDS-Variante der AACR2 (KIDS) im Vergleich zum Original sind. AACR-Datensätze können deswegen in den allermeisten Fällen nicht ohne Nacharbeit in den IDS-Katalog übernommen werden. Einen Rationalisie- rungseffekt, wie er von den Umstiegsbefürwortern postuliert wird, gibt es also 1294 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 10
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