Path:
Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung 1. Die Unverständlichkeit Mit dem Willen, benutzerorientiert und produktbezogen zu handeln - wird der Katalog auf Internetebene dem Benutzer in der Regel mit dem englischspra- chigen Akronym OPAC präsentiert, das kein normaler Mensch versteht. 2. Die Täuschung Spätestens seit der Existenz von Online-Katalogen mit Internetoberfläche be- steht die Möglichkeit, dem Benutzer komfortabel den Zugriff auf die Kataloge einzuräumen. Nach der Katalogtheorie dienen diese der Wohlfahrt des Benut- zers, nämlich dass nur die Katalogisierungsregeln gewährleisten, dass die Objekte seines Informationsbedarfs aufgefunden werden können. Statt des Suchens im Rahmen dieser Katalogisierungsregeln finden wir jedoch in der Bezeichnung der Suchfunktionen und Suchfelder bestimmte Gattungsbegriffe, die dem Benutzer einen umfassenden Zugriff auf die vollständige Information signalisieren wie z.B. ,,Autor", ,,Autor/ Herausgeber", ,,Personen", ,,Personen- namen". Der Benutzer wird somit über den Inhalt der Suchmöglichkeiten und über den teilweisen Informationsverlust, den die Katalogisierungsregeln hervorrufen, bewusst getäuscht. 3. Die Selbsttäuschung Ausgangspunkt der Verbundkatalogisierung eines Werks ist die Suche nach einer eventuell vorhandenen Titelaufnahme und die korrekte Identifizierung einer Titelaufnahme, die dieses Werk repräsentiert. Diesem zusätzlichen Ar- beitsvorgang, der unabhängig von der Datenübernahme anfällt, steht ein ver- ringerter Aufwand in dem weiteren Katalogisierungsprozess in denjenigen Fäl- len gegenüber, in denen eine Titelaufnahme schon vorhanden ist. Diese wird aber in der Regel noch bewertet, d.h. es wird eine rudimentäre Titelaufnahme zumindest kritischer Elemente vorgenommen. Fällt diese Bewertung positiv aus, werden die Daten übernommen und eventuell Normdaten eingepflegt. Wird dieser idealtypische Arbeitsvorgang quantitativ hochgerechnet, so haben wir das klassische Haufen-Paradoxon vor uns: ,,Wenn fünfzig Körner einen Haufen bilden, dann auch neunundvierzig; wenn neunundvierzig, dann auch achtundvierzig. Setzen wir dieses Verfahren fort, so kommen wir zu der Folgerung, dass zwei Körner einen Haufen bilden." Die Beliebigkeit des Objektumfangs bei dem Haufen-Paradoxon führt dazu, dass der pro Katalogisierungsvorgang idealtypisch reduzierte Aufwand zu der generellen Annahme führt, dass Verbundkatalogisierung um ein Vielfaches günstiger ist als lokale Katalogisierung. Bei Betrachtung des ,,Haufens" erge- ben sich jedoch je nach Übernahmequote Bereiche von Kostenersparnis und Mehrausgaben gegenüber lokaler Katalogisierung. Inwieweit selbst bei einer 1282 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 10
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.