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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

THEMEN Bibliotheken perten des Zentrums für Bucherhaltung in Leipzig beträgt der finanzielle Auf- wand für diese Maßnahme 6,55 Millionen Euro, der sich auf 5 gleich hohe Jahresraten je 1,31 Millionen. Euro verteilt. Da seitens des Landes Berlin kei- ne Möglichkeit besteht, die Maßnahme über Haushaltsmittel zu finanzieren, hat sich die Stiftung inzwischen entschlossen, bei der Stiftung Deutsche Klas- senlotterie Berlin einen Zuwendungsantrag zu stellen. Voraussetzung für den dauerhaften Erfolg der obigen Maßnahme ist jedoch die Beseitigung der langjährigen Ursachen für den Schimmelbefall, die im baulichen Zustand der Magazine zu suchen sind. Insbesondere ist die Klima- tisierung der Magazine der Berliner Stadtbibliothek im Spreeflügel des Mar- stallgebäudes erforderlich, die dort für eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit sorgt. Zugleich ist für eine Verringerung der Staubentwicklung zu sorgen, die einen idealen Nährboden für Schimmelsporen darstellt. Nach ersten Ermitt- lungen der Stiftung in Zusammenarbeit mit Experten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist mit einem Kostenaufwand von rd. 3 Mio. Euro zu rech- nen, die grundsätzlich aus Landesmitteln im Rahmen einer Bauunterhal- tungsmaßnahme mit investivem Charakter aufzubringen wäre. Die Gespräche über diese Arbeiten haben noch nicht begonnen. Der Aspekt des Bestandsschutzes innerhalb der Konsolidierung der Stiftung verweist jedoch zugleich auf das Problem des Papierzerfalls, das einer breite- ren Öffentlichkeit anhand der Bemühungen zur Restaurierung der Bach- Autographen in der Staatsbibliothek zu Berlin bekannt wurde. Auch im Bereich der vom Land Berlin unterhaltenen Bibliotheken und hier innerhalb der ZLB sind erhebliche Bestände vom Papierzerfall betroffen. Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat im Jahre 2001 den bereits Mitte der 90er Jahre geführten Dialog mit den betroffenen Einrichtungen wiederbe- lebt, um die noch kaum in Angriff genommenen Aktivitäten auf diesem Gebiet 11 durch Erfahrungsaustausch und Vernetzung zu unterstützen. Dessen unge- achtet besteht selbst gegenüber der (größenordnungsmäßig sehr zurückhal- 11 Im Auftrag der damaligen Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten legte eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Bibliotheken in Berlin unter Leitung der vor- maligen stellvertretenden Generaldirektors der Staatsbibliothek zu Berlin, Dr. Günter Baron, im Februar 1996 eine "Konzeption zur Erhaltung der vom Papierzerfall be- drohten Bestände in Berliner Bibliotheken und Archiven" vor, die aber wegen der fehlenden Haushaltsmittel nicht umgesetzt werden konnte. Der akute Entsäue- rungsbedarf allein für die Bestände der damaligen Berliner Stadtbibliothek wurde darin mit Stand 1994 auf 780.000 Bände beziffert. Weitere 130.000 Bände waren nur noch durch Verfilmung zu retten. 1268 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 10
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