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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Betriebsorganisation THEMEN in die Breite des Bestandsprofils, was zu inhaltlich neuen Benutzungsvorgän- gen Anlass geben kann. Andere Personen betreten die Bibliothek zunächst nur wegen der Ausstellung, werden dadurch aber möglicherweise als neue 11 Benutzer gewonnen . Eine Ausstellung macht eine aktive Beschäftigung mit dem betreffenden Thema notwendig und führt u. U. bereits am Eröffnungs- abend zu inhaltlichen Diskussionen. So fördert sie die Entstehung einer ,,Mit- 12 machkultur" im geistigen Klima einer Stadt . Bei der Themenstellung muss zwischen den Anliegen der Relevanz und Inter- aktivität vermittelt werden. Einerseits kann ein Thema durch die Behandlung in einer Ausstellung an Relevanz gewinnen und zur Beschäftigung damit heraus- fordern. Andererseits sollte nicht ein Thema gewählt werden, das einen zu ge- ringen Interessentenkreis erwarten lässt ­ etwa weil das betreffende Wissen- schaftsfach an der Universität gar nicht gelehrt wird. Öffentliche Bibliotheken sind von solchen Überlegungen sicherlich stärker betroffen als wissenschaftli- 13 che . Die Anziehungskraft einer Ausstellung kann jedenfalls dadurch erhöht werden, dass ein konkreter Anlass, z. B. ein Jubiläum von Personen oder In- stitutionen, und ein konkreter lokaler und regionaler Bezug erkennbar ist. 14 Nützlich ist es auch, wenn aktuelle Ereignisse (z. B. Preisverleihungen ) den Anlass bilden oder das Thema in seiner Behandlung und Formulierung so de- finiert wird, dass eine Aus- und Nachwirkung in die Gegenwart hinein, zumin- dest in der betreffenden Region, vor Augen steht. Im vorliegenden Beispielfall bildeten Jubiläen zweier mit Tübingen mehrfach verbundener Personen den Anlass und die Themenstellung wurde so gefasst, dass diese Personen als Wurzel und Beispiel eines bis in die Gegenwart deutlich erkennbaren Phäno- 11 Im Falle der Bengel- und Oetinger-Ausstellung gilt dies v. a. für theologisch interessierte Laien, die als Gottesdienstbesucher von Kirchengemeinden in Tübingen und Umgebung per Handzettel eingeladen wurden und nach eigenem Bekunden zum ersten Mal die Universitätsbibliothek von innen kennen und schätzen gelernt haben. Eine mir bekannte Kirchgängerin sagte mir, dass sie sich jetzt mehr mit den behandelten Personen beschäftigen wolle und zwar gerade mit Hilfe von in der UB aus-zuleihenden Büchern. 12 So Horst Ernestus / Engelbert Plassmann: Das Bibliothekswesen der Bundesrepu- blik Deutschland. ­ 2., erw. Aufl. ­ Wiesbaden, 1983, S. 186 13 Bei Häußer, Öffentlichkeitsarbeit, S. 57 wird gefordert, dass nur allgemein interessierende Themen aufgegriffen werden sollten. Das dürfte allerdings m. E. gerade bei historischen Themen eher über die Art und Weise der Ausgestaltung als über das Thema der Ausstellung zu erreichen sein. Häußer gibt ebd., S. 81, dann auch zu bedenken, dass die äußere Form der Ausstellung den Zugang zum Thema erleichtern sollte. 14 Vgl. dazu Häußer, Öffentlichkeitsarbeit, S. 56 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 10 1249
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