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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue36.2002 (Rights reserved)

Bestandserhaltung THEMEN denster Gattungen (Urkunden, Briefe, Akten, Musiknoten, künstlerische und technische Zeichnungen, Landkarten, Bücher, Drucke etc.) regelmäßig und berufsmäßig Umgang pflegen und dabei ebenfalls mit den Verschmutzungen in Kontakt geraten, sei es durch Berühren oder durch inhalative Aufnahme von Schwebstoffen in der Atemluft. Das Phänomen der Verschmutzung erweist sich als ebenso komplex wie po- tenziell gefährlich, da die Begrifflichkeit kaum Differenzierungen hinsichtlich Ursache und Wirkung, Material und Gefährdungsgrad etc. zulässt. Denkbar ist ein breites Spektrum von zunächst diffusen Einwirkungen auf die Gegenstän- de, sei es die Überflutung im Rahmen einer Abwasserrohrhavarie, die Ablage- rung von Hausstaub, die Benetzung mit Vogelkot in offenen Magazinräumen, der Eintrag von Stoffwechselprodukten von Insekten und Kleinsäugern, die Ablagerung von Asbest- oder Holzstaub (Spanplatten, Dämmmaterial) aus de- fekten Trennwänden usw. Besondere Aufmerksamkeit erhielten zuletzt die Biologischen Arbeitsstoffe, zumal nach Inkrafttreten der Biostoffverordnung. Bereits nach der Novellierung des Arbeitsschutzgesetzes waren die Belange des Beschäftigtenschutzes neu wahrgenommen worden. Damit sind aber letztlich die Fragen der rechtlichen Beurteilung der geschilderten Personenge- 6 fährdungen angesprochen , welche lange Zeit hinter den organisatorisch- praktischen Fragen z. B. der konservatorischen Objektsicherung zurückstan- den. Trotz der erheblichen Vorleistungen des Arbeitsschutzes in der jüngsten Vergangenheit liegt hier noch ein großer Regelungsbedarf vor den Verantwortlichen, und zwar speziell im Hinblick auf die Handhabung verschmutzten Arbeitsmaterials und über den wichtigen Teilbereich der eng gefassten Biologischen Arbeitsstoffe hinaus. Als wichtigstes und drängendstes Problem der biogenen Verschmutzungen erwies sich der Schimmelpilzbefall, welcher in sich wiederum eine komplexe Thematik verkörpert, doch scheint hier allmählich die Gefahr erkannt und an- satzweise das Bewusstsein gebildet, um im Einzelfall zu zielgerichteten Ge- genmaßnahmen zu gelangen. Speziell die Betroffenheit des Archiv-, Biblio- theks- und Museumsbereichs wurde zwischenzeitlich mehrfach in der Literatur Tresorraum, Depot etc.) sollten nicht daran hindern, die Relevanz der Thematik und die Geltung der Normen für diese Bereiche zu erkennen. Für die Arbeit in den Restaurierungs- und Mikrofilmwerkstätten müssten jedoch weitergehende Richtli- nien in Betracht gezogen werden, die der Komplexität der Verhältnisse besser ent- sprechen. 6 Vgl. Hanns Peter Neuheuser: Arbeitsschutzrechtliche Problemlösungen bei der Ex- position mit mikrobiell belastetem Staub an Arbeitsplätzen des Kulturbereichs, in: Proceedingsband des Münchner Schimmelpilzkongresses 2001 (in Vorbereitung). BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 10 1229
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