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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Erschließung THEMEN nicht. Die AACR werden zwar kontinuierlich weiterentwickelt, zeigen sich ins- gesamt aber erheblich weniger änderungsfreudig als die RAK. Die Entschei- dungen des für die Weiterentwicklung der AACR zuständigen Gremiums, des Joint Steering Committee for Revision of AACR (JSC), erscheinen häufig eher konservativ. Diese Feststellung ist keineswegs negativ gemeint, da die Kon- 10 sistenz eines Regelwerks einen nicht zu unterschätzenden Wert darstellt. Andererseits bestünde bei einer Übernahme der AACR in Deutschland ein er- heblicher Widerspruch zwischen der eher konservativen Haltung des JSC und den Wünschen, die, in durchaus wachsender Ungeduld, von den Anwendern an die RAK-Entwicklung herangetragen werden, und zu den Zielen, die für diese festgelegt wurden. So fand im Oktober 1997 in Toronto eine Internatio- nal Conference on the Principles and Future Development of AACR statt, der eine äußerst interessante Diskussion über eine eigens dafür eingerichtete Mailing-Liste voran ging: In dieser Liste wurden eine ganze Reihe von Vor- schlägen gemacht, die gerade auch in Bezug auf die Weiterentwicklung der RAK und ihre Angleichung an internationale Regeln einen größeren gemein- samen Nenner erhoffen ließen, die aber in ihrer Mehrheit vom JSC abgelehnt wurden. Der Grund dürfte wohl häufig die gewünschte Kontinuität der Regelanwendung gewesen sein. Bei den AACR handelt es sich zweifellos um ein internationales Regelwerk, wenn Internationalität mit einer weltweiten Verbreitung gleichgesetzt wird. Ein- schränkend soll aber erwähnt werden, dass keineswegs in allen Ländern und allen Institutionen, in denen die AACR Anwendung finden, tatsächlich ein ein- heitliches Regelwerk verwendet wird. Teilweise sind noch die AACR1 im Ein- satz, die sich in erheblichem Umfang von den AACR2 unterscheiden, teilweise werden national angepasste AACR2-Versionen verwendet. Auf die inhaltlichen Unterschiede zwischen den beiden Regelwerken soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Trotzdem stellt sich die Frage, welches der beiden Regelwerke denn das Bessere ist. Nach Meinung der Ver- fasserin: keines der beiden. Beide Regelwerke haben sich in ihrem Anwen- dungsbereich als brauchbar erwiesen und durchaus bewährt. Beide bieten in 10 Während in Deutschland in weiten Kreisen die Konsistenz des Regelwerks bereits seit längerer Zeit keinen hohen Stellenwert genießt und bestenfalls als lästiges Übel akzeptiert wird, geht aus dem am 11. April 2002 auf dem Bibliothekartag in Augs- burg gehaltenen Vortrag Die AACR: Aktuelle Revisionsvorhaben und zukünftige Entwicklungen von Barbara B. Tillett deutlich hervor, wie bewusst und sorgfältig das JSC mit Regelwerksänderungen umgeht. Zitat aus der deutschen Übersetzung des Vortrags: ,,... machen wir Änderungen und Revisionen mit viel Bedacht. ... Wir wol- len nicht vorschnell weitreichende Regeländerungen einführen. Regeländerungen in Kraft zu setzen, ist für Bibliotheken meist sehr teuer." BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 7 877
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