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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung men gelegt sind. Dafür bietet die DDC an dieser Stelle eine vom heutigen Lite- raturaufkommen kaum notwendige Differenzierung zwischen Latein und Grie- chisch an und untergliedert auch die Romanistik. Sie sieht manche nützlichen Differenzierungen wie die Ausgliederung von Botanik und Zoologie aus dem Gesamtgebiet der Biowissenschaften vor und tut sicher auch für die Bedürf- nisse eines wöchentlich erscheinenden Grundverzeichnisses manchmal zu viel des Guten, wenn etwa bereits auf der zweitobersten Ebene acht Unter- gruppen der Philosophie ausgewiesen werden. In Fächern wie der Geschichte ist eine regionale Differenzierung nach Erdtei- len vorgesehen, die nicht nur aus europäischer Sicht bedeutende und längst nicht mehr nur auf das Altertum beschränkte Archäologie wird unter die Alten Geschichte subsumiert, die Volkskunde von der unter den Sozialwissenschaf- ten an allgemeiner Stelle enthaltenen Völkerkunde getrennt, und auch man- che anderen Abgrenzungen und Zuweisungen innerhalb der Sozialwissen- schaften sind gewöhnungsbedürftig. Ein Leitfaden für die Zuordnung zu den neuen, nach DDC gegliederten Sachgruppen wird gewiss ebenso unverzicht- bar sein wie eine Konkordanz zwischen bisherigen und neuen Sachgruppen, wobei zumindest Ersteres allerdings für alle drei deutschsprachigen National- bibliografien nur einmal erstellt werden muss und zugleich den deutschen Be- nutzern auch die Orientierung in den Nationalbibliografien der angelsächsi- schen Länder und vieler anderer Staaten in Asien und Afrika erleichtert. DDC als Grob- und Feinklassifikation Die Deutsche Bibliothek plant eine Umstellung der Sachgruppen für ihre Wö- chentlichen Verzeichnisse im Vorlauf zu der voraussichtlich ab 2005 erfolgen- den kompletten DDC-Erschließung, worunter eine Vergabe vollständiger syn- thetisierter DDC-Notationen (unter Einbeziehung der Schlüsselungen der DDC über die sogenannten Hilfstafeln) zu verstehen ist. Voraussetzung dafür ist das Vorliegen einer deutschsprachigen DDC-Ausgabe und einer darauf basie- renden Datenbank, die als deutsche Version von WebDewey allen DDC- Anwendern zur Verfügung steht ­ Arbeitsinstrumente, mit deren Fertigstellung erst nach Ablauf des im Oktober 2002 beginnenden DFG-Projekts DDC Deutsch zu rechnen ist. Bis dahin erfolgt eine Zuordnung der Titel nur zu den etwa 100 DDC- Sachgruppen und auch für die weitere Zukunft ist daran gedacht, schon aus Gründen der Personalkapazität nicht für alle Titel die aufwändigere vollständi- ge Erschließung zu leisten. So kämen insbesondere solche Publikationen, die im internationalen Kontext nicht von Interesse sind, auch auf längere Sicht nur in den Genuss der groben DDC-Sachgruppe, also z. B. nicht- wissenschaftliche Publikationen wie Kinder- und Jugendliteratur, Schulbücher 712 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 6
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