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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Erschließung THEMEN von Provenienzen wird im Rahmen von Katalogisierungsprojekten mittlerweile auch durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert: ,,In Fällen, in denen wegen eines besonderen Interesses der Forschung an einem Spezial- bestand über die rein formale Erfassung der Titel hinaus auch eine exemplar- spezifische Erfassung (Provenienzhinweise) erforderlich scheint, können auch über die Formalkatalogisierung hinausgehende Erschließungsarbeiten unter- 21 stützt werden. Diese sollen an bibliothekarischen Standards orientiert sein." Die Initiativen der ACRL und die Erfahrungen im Umgang mit dem Weimarer Modell zeigen, dass für eine effektive und offene Form der exemplarspezifi- schen Erschließung folgende Aufgaben gelöst werden müssen: 1. Überregionale und kooperative Erschließung: Die Informationen der Er- schließung von Exemplarspezifika bleiben unvollständig, wenn es nicht gelingt, das Umfeld, in dem das beschriebene Exemplar steht, in eine vergleichende Betrachtung einzubeziehen. Von Interesse ist bei der Provenienzverzeichnung etwa die Frage, ob ein Buch als Einzelstück in eine Bibliothek gelangt oder Teil einer Sammlung ist, die geschlossen oder wiederum nur rudimentär überliefert ist. Distributionswege und - räume von Sammlungsbeständen richten sich selten nach lokalen Grenzen und schon gar nicht nach den Demarkationslinien der Bibliotheksverbünde. Deren strategische Ausrichtung und datentechnische Potenziale bestimmen heute jedoch maßgeblich Umfang und Qualität von Erschließungsvorhaben. Vorbild für eine überregionale, kooperativ geführte exemplarspezifische Erschließung ist die im angloamerikanischen Bereich Anfang der 1990er Jahre eingeführte Verzeichnungspraxis, die bei hohem Normierungsgrad dennoch so flexibel gehalten ist, dass die individuellen Kapazitäten und Interessen der teilnehmenden Bibliotheken berücksichtigt werden können. 2. Normdateien: In Verbindung mit den Normdateien für Personen und Kör- perschaften (PND und GKD) müssen Normdateien vordringlich für Vorbe- sitzer und Buchbinder aufgebaut werden. Die Normdateien brauchen zu- sätzlich Hyperlinkfelder für Adressen von Dateien, die z.B. ausführlichere Texte oder Images von Autogrammen, Porträts oder Mustern enthalten. 3. Thesauri und Katalogisierungsrichtlinien: In Anlehnung an die von der ACRL publizierten Thesauri muss ein verbindliches Vokabular für die Do- 21 Deutsche Forschungsgemeinschaft: Merkblatt zur Erschließung von Spezialbestän- den, II.7. DFG-Vordruck 1.46 - 5/01, URL: http://www.dfg.de/foerder/formulare/1_46.htm (Stand: 22. Mai 2001). Vgl. Mitteilun- gen der Deutsche Forschungsgemeinschaft. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 48 (2001), S. 283. BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 5 623
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