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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue36.2002 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung Für die Dokumentation der Exemplarspezifika fehlen eigene Katalogisierungs- regeln. Ersatzweise werden die Exemplarspezifika bislang nach den Regel- werken für den Verfasser- und Alphabetischen Katalog beschrieben, die diese Merkmale dann im Bereich der Fußnoten oder note area berücksichtigen. In den Online-Katalogen haben wir es heute in der Regel noch mit elektroni- schen Katalogkarten zu tun, die unsere Vorstellungen von Umfang und Design der Datensätze auch in den OPACs prägen. Für die Verzeichnung und Prä- sentation der exemplarspezifischen Daten müssen neue Wege gesucht wer- den. Es waren Aktivitäten der Association of College and Research Libraries (ACRL), die seit Mitte der 80er-Jahre Fortschritte auf dem Feld der exemplar- 16 spezifischen Erschließung in Gang setzten. Dazu gehören die Erweiterung des Datenformats MARC um Felder, die eine Katalogisierung in gestaffelter 17 18 Erschließungstiefe ermöglichen ; die Entwicklung diverser Thesauri ; die Er- 19 arbeitung von speziellen Katalogisierungsrichtlinien . Angeregt durch diese Initiativen, wurde seit 1997 an der Herzogin Anna Ama- lia Bibliothek Weimar ein Modell für die Provenienzverzeichnung im Gemein- 20 samen Verbundkatalog des GBV unter PICA entwickelt. Die Erschließung 16 Pearson, David: Provenance research in book history. A handbook. London 1994. 17 So sind seit 1984 (bzw. 1992, nach der Angleichung des UKMARC-Formats an USMARC) für die Provenienzdaten vier Felder (561, 700, 710, 755) verfügbar, die die getrennte Erfassung der Namen (Personen und Körperschaften) und Schlagwör- ter in normierter Form und von notes im Freitext zulassen. Darüber hinaus können general notes der Titelsätze und copy-specific notes der Lokalsätze je nach Aufga- benstellung der Bibliothek auf unterschiedlichen Niveaus erfasst werden. 18 Thesauri for Use in Rare Book and Special Collections Cataloguing. Prepared by the Standards Committee of the Rare Books and Manuscripts Section (ACRL/ALA): Printing and Publishing Evidence (1986), Binding Terms (1988), Provenance Evi- dence (1988), Paper Terms (1990), Type Evidence (1990). 19 The Library Association Rare Books Group: Guidelines for the Cataloguing of Rare Books. London 1997. 20 Weber, Jürgen: Provenienzforschung und Buchbearbeitung. In: DBV-Jahrbuch 1998. Berlin 1999, S. 147 - 152. Wesentliche Elemente des Weimarer Modells der Provenienzverzeichnung sind: Namen und Evidenzen werden in Form von Prove- nienzketten beschrieben; für Personen und Körperschaften werden lokale Normda- tensätze angelegt; die Angabe der Sachbegriffe folgt einem Thesaurus der Prove- nienzbegriffe; Links führen zu den digitalen Images, die in einer lokalen Bilddatenbank hinterlegt sind. Der Aufbau eines Provenienzportales mit Hilfe von "i- Port" ist in Planung. Die Arbeitsgemeinschaft Alte Drucke beim GBV bereitet derzeit "Empfehlungen für die Provenienzverzeichnung" nach dem Weimarer Modell vor. URL: http://www.aad.gbv.de 622 BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 5
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