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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Erschließung THEMEN Rückgriff auf Elemente des physischen Buchaufbaus und der Gestaltung (Ti- telei, Vor- und Nachsatz, Beilagen, Einband) nicht aus. Die Erschließung bis hinunter auf die Seitenebene gestattet die Protokollierung von Provenienzspu- ren, Handkolorierungen, Defekten und Tekturen. Die exemplarspezifische Er- schließung bezieht sich nicht nur auf Bücher, sondern auch auf Non-Book- Materialien jeder Art. Selbst Datenmodelle zu originären Online-Publikationen, die im Sinne interaktiver Kommentierung Einträge durch den 'schreibenden 2 Leser' zulassen, berücksichtigen Exemplarspezifika. Das Forschungsinteresse der Kulturwissenschaftler konzentriert sich auf die Interpretation der Evidenzen, z.B. bei der Rekonstruktion sammlungs- geschichtlicher Zusammenhänge, der Rezeption bestimmter Werke oder der Verbreitung von Einbandtypen oder Einbänden bestimmter Herkunft. Von bib- liothekarischem Interesse ist dabei die Frage, wie die Evidenzen dokumentiert und recherchierbar gemacht werden können. Aufgabengebiete der Verzeich- nung solcher Informationen sind: die Definition von Art und Umfang exemplar- spezifischer Merkmale; der Aufbau eines kontrollierten Vokabulars zur Be- zeichnung der Merkmale; die Prüfung vorhandener Datenformate als Plattform für die Dokumentation; die Konzeption von Richtlinien für die Beschreibung der Exemplarspezifika in normierter und freier Form; Fragen des bibliothekari- schen Geschäftsganges. Datenformate und Katalogisierungsregeln Ob, wie und in welchem Umfang physische Details in einer Titelaufnahme be- rücksichtigt werden, hängt davon ab, ob diese Details auf alle Exemplare einer Ausgabe oder nur auf ein bestimmtes Exemplar einer Ausgabe zutreffen. In einer weiteren Differenzierungsstufe können solche Merkmale auch im Hin- blick auf Gruppen von Exemplaren im Sinne von Staffelexemplaren in einer bestimmten Bibliothek betrachtet werden. Diesem Raster von Sichtweisen auf ein Exemplar entspricht in modernen Datenformaten die Differenz von Titel-, Lokal- und Exemplarsätzen, die in Abb. 1 und 2 am Beispiel der drei Ebenen 3 des PICA-Formats veranschaulicht wird: 2 Zur Lese- und Kommentarpraxis: Giuriato, Davide: Schreibende Leser. Rezension von: H.J. Jackson: Marginalia. Readers writing in books. New Haven [u.a.] 2001. In: IASL online, URL: http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/giuriato.html (Stand: 22. Januar 2002). 3 Katalogisierungsrichtlinie für den Gemeinsamen Bibliotheksverbund. Einleitung S. 4f., URL: http://www.gbv.de/du/katricht/inhalt.shtml (Stand: 17. Dezember 2001). - URL: http://www.pica.nl/... BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 5 615
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