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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 36.2002 (Rights reserved)

Digitale Bibliothek THEMEN um rentabel zu sein. Kooperationen zwischen Verlegern und öffentlichen Ein- richtungen werden neue Wege gehen müssen, um die Entwicklung zu be- schleunigen, in der Netzquellen eine seriöse Alternative zur Ausleihbibliothek darstellen. Dabei wird die Finanzierung fast ausschließlich über die öffentliche Hand erfolgen müssen. Friedrich Bode, Ministerialrat im Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, sprach dann zum Thema ,,Biblio- thekskrise". Er stellte klar, dass die von den Bibliotheksverbänden in Deutschland gefor- derte Erhöhung der Erwerbungsetats für Hochschulbibliotheken wegen stark gestiegener Zeitschriftenpreise und Währungsschwankungen für ihn keine Lösung des Problems allein darstellt. Die Krise der Bibliotheken sei nicht nur eine Etatkrise. Die Veränderungen am Informationsmarkt zwingen die Biblio- theken, ihre bisherigen Dienstleistungs- und Servicekonzepte grundlegend zu überprüfen. Dabei wird auch die bisherige organisatorische Einbettung der Infrastruktur-Einrichtungen (z.B. Rechenzentrum, Medienzentrum, Bibliothek) in die Hochschulstrukturen in Frage gestellt. Dr. Bode sieht dringenden Bedarf bei der Neuorientierung der Rahmenbedingungen und Zielsetzung der univer- sitären Informationsversorgung, dem Ausbau des Angebotes elektronischer Inhalte, der Optimierung des Informationssystems, der Neuorientierung der Angebotsstruktur und eben auch der Finanzierung. Das zweischichtige Hoch- schulbibliothekssystem hält er für nicht mehr akzeptabel. Damit relativierte er seine eingangs formulierte provokante Aussage, die Bibliotheken bräuchten nicht mehr Geld, nur müsste das Geld für tiefgreifende Strukturveränderungen und nicht zur Erhöhung des Erwerbungsetats allgemein genutzt werden. Den- noch wurde ihm in der anschließenden Diskussion heftig widersprochen. Kommerzielle Strategien großer Informationsanbieter Tim Hamer, Managing Director bei ISI, zuständig für Europa, Mittlerer Osten und Afrika, schilderte die Strategien von ISI. Sie verstehen sich als weltweiter Informationsservice-Anbieter. Oberstes Gebot bei ISI seien die veränderten Kundenerwartungen, an die sich ein Unternehmen anpassen müsste. Dies gilt im übertragenen Sinne natürlich auch für Bibliotheken und ihre Kunden. Höhe- re Servicequalität wird auch eine stärkere Kundenbindung fördern. ISI bemüht sich, mit dem ISI Web of Knowledge eine integrierte Plattform anzubieten, mit der Recherchen in Zeitschriften, Patenten, Büchern und weiteren akademi- schen Daten durchgeführt werden können. Derk Haank Chief Executive der Firma Elsevier Science erläuterte das Ziel seines Unternehmens: Jeder Endnutzer sollte unbegrenzt 24 Stunden täglich BIBLIOTHEKSDIENST 36. Jg. (2002), H. 5 603
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