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Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 35.2001 (Rights reserved)

THEMEN Digitale Bibliothek halten Monopole und setzen Preise, die die Freiheit der Informationsversor- 5 gung und damit der Forschung und Lehre einschränken. Dabei sind die tat- sächlichen entstehenden Produktionskosten elektronischer Veröffentlichungen wesentlich niedriger als bei gedruckten Texten. Als Ausweg aus dieser Situation bietet sich die elektronische Publikation wis- senschaftlicher Texte durch die Hochschulen selbst an. Träger könnten die Bibliotheken sein oder besser: die Bibliotheksverbünde, um eine breitere Ba- sis und Reichweite zu erzielen. Ob man sich dieser Aufgabe stellen soll oder nicht, war in der genannten Ar- beitsgruppe umstritten. Ein Teil der Teilnehmer äußerte Bedenken und ver- wies insbesondere auf die Schwierigkeiten und Kosten des Aufbaus einer Ver- lagsinfrastruktur. Außerdem könnte die Konkurrenzsituation unter den Hoch- schulen zur Ablehnung eines NRW-Verlages führen. Dem wurde der Vorschlag entgegengehalten, möglichst bald mit konkreten Aktivitäten zu beginnen. Habilitations- und Festschriften sowie Summa- Dissertationen könnten einen Grundstock bilden, bei dem ein gewisses Quali- tätsniveau garantiert wäre. Man könnte mit einem redaktionellen und einem technisch-gestalterischen Mitarbeiter beginnen und versuchen, ein Wissen- schaftler-Gremium aufzubauen. In diesem Sinne habe ich einige Vorüberlegungen als ,,Tischvorlage" zusam- mengefasst und thesenartig vorgetragenen: 1. Die deutschen elektronischen Hochschulverlage bzw. Publikationsserver deutscher Hochschulen oder deren Bibliotheken - ob sie nun HeiDok, 6 KLUEDO oder gar Copacabana (sic) heißen - stellen sich als Gemischt- warenläden ohne Profil, ohne Programm und ohne inhaltliche Schwer- punkte dar. - Deshalb fehlt ihnen jegliches Prestige und somit fehlt der Anreiz für die Wissenschaftler, dort zu publizieren. 2. Der Wissenschaftler wählt für seine Publikation entweder die renommier- te Zeitschrift und den renommierten Verlag, oder den Server des eigenen Lehrstuhls, der Fakultät oder des Rechenzentrums, auf den er schnell und ohne den umständlichen Umweg über die Bibliothek direkten Zugriff hat. 5 Zu dieser Preispolitik siehe den engagiert geschriebenen Artikel von Sigfried Bär: Das große Würgen (http://www.biotech-europe.de/rubric/editorials/verlage.html; 8.11.01; ursprünglich in Laborjournal 4/99) und die Database of Editors: Editors of 100 of the highest-priced journal titles (http://www.arl.org/create/resources/ journal.html; 8.11.01) 6 Liste über http://www.uni-duesseldorf.de/ulb/univhs_hochschulschriftenserver.html (8.11.01) 1630 BIBLIOTHEKSDIENST 35. Jg. (2001), H.12
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