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Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue35.2001 (Rights reserved)

THEMEN Benutzung größeren Verlust. Trotzdem kann man das erstaunliche Faktum konstatieren, dass Print-Titel, die nicht online zugänglich sind, dem gleichen oder einem sehr ähnlichen Nutzungsrückgang wie eJournals unterliegen. Während es für Online-Titel naheliegend ist, dass sich die Benutzung auf den remote access verlagert, geraten offensichtlich auch die nur in Print vorliegenden Zeitschrif- ten in diesen Abwärtstrend. Dieser auf den ersten Blick paradoxe Befund scheint zu bestätigen, dass primär dasjenige beschafft bzw. gelesen wird, das leicht zugänglich ist, und dass stets versucht wird, die Vielzahl der Zugangs- möglichkeiten auf eine handhabbare Anzahl von Systemen zu reduzieren. Das von Schümmer30 und dem Autor31 gefundene Verhältnis von 1:2 bzw. 1:1 zwischen der Online- und Printnutzung im Jahre 1998 hat sich mittlerweile deutlich zugunsten der Online-Nutzung verschoben. Wie Tabelle 2 zeigt, be- trug bei den Zeitschriften der untersuchten fünf Verlage das Verhältnis Onli- ne/Print-Nutzung durchschnittlich 7,96. Doch dabei gilt es zu beachten, dass nur die Nutzung der tatsächlich vorhan- denen Jahrgänge gezählt wurde. Damit sind aber die eJournals gegenüber den pJournals automatisch im Nachteil, da bei bei Print-Titeln naturgemäß mehr Jahrgänge vorhanden sind und diese weiter zurückreichen als bei den eJournals. Insbesondere bei Academic Press und Blackwell sollte sich dies bemerkbar machen, da nur ca. 1½ bzw. 2½ Jahrgänge während der Messung zur Verfügung standen. Da die Benutzung der aktuellsten zwei Jahrgänge nur ca. 40% der - theoretischen - Gesamtbenutzung ausmacht,32 könnte dies eine Erklärung für die auffallend niedrigen Zugriffszahlen sein. Diese wird auch da- durch unterstützt, dass die Online/Print-Korrelation deutlich mit der Größe der Online-Bestände korreliert: Die Übereinstimmung war umso größer, je mehr Jahrgänge online angeboten wurden (s. Tab. 4). Bei Print-Titeln spielt dieser Fehler dagegen kaum eine Rolle, da die nut- zungsintensiven letzten 20 Jahrgänge der umsatzstarken Titel dank einer be- darfs-orientierten Erwerbungspolitik meist lückenlos vorhanden sind.33 Zu- sammen mit etwa 10% nicht erfasster Präsenzbenutzungen dürfte die Print- 30 V. Schümmer, a.a.O. 31 O. Obst: Bedarf - Benutzung - Bewertung: Kosten/Nutzen-Analyse von Medizinzeit- schriften. In: AGMB aktuell 3(1): 19-20 (1999) 32 Wie die Reduzierung der in O. Obst 2000b, a.a.O. S.1209, dargestellten Nutzungs- anteile zurückreichender Jahrgänge auf die letzten fünf Jahre zeigt, sind die Anteile praktisch identisch mit denen von Online-Zeitschriften (bei ACCELERATE, a.a.O S. 34) 33 Berechnet man die Unterschätzung der Benutzung durch nicht vollständig vorhan- dene Jahrgänge, so ergibt sich ein möglicher Fehler von weniger als 6%. 1314 BIBLIOTHEKSDIENST 35. Jg. (2001), H. 10
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