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Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 35.2001 (Rights reserved)

THEMEN Die Benutzung französischer Universitätsbibliotheken 1990-1999 Gernot U. Gabel 1989 erteilte das französische Erziehungsministerium einer Kommission unter dem Vorsitz von André Miquel, dem ehemaligen Generaldirektor der Bibli- othèque Nationale, den Auftrag, die Situation der französischen Universitäts- bibliotheken zu untersuchen und Vorschläge für deren Entwicklung und Mo- dernisierung zu unterbreiten. Die vom Rapport Miquel, wie das Dokument in- tern genannt wurde, vorgeschlagenen Maßnahmen brachte man im Pariser Erziehungsministerium in einen Aktionsplan ein und stellte die entsprechen- den Finanzmittel bereit. Zudem profitierten die französischen Universitätsbib- liotheken von den Entwicklungsplänen der Regierung für die Universitäten des Landes, die bis zum Ende des Jahrzehnts zwei Stufen umfassten (Université 2000 (1991-95) und Développement de l'Enseignement Supérieur du Xe Plan (1994-99)). Zehn Jahre nach der Publikation des Rapport Miquel soll anhand der Jahresstatistiken der französischen Universitätsbibliotheken (Annuaires des bibliothèques universitaires) ein Bericht über die Veränderungen, die sich im Sektor Benutzung im vergangenen Jahrzehnt ergeben haben, vorgelegt werden. 1. Benutzer Seit Mitte der 80er-Jahre setzte ein starker Zustrom von Abiturienten an die französischen Hochschulen ein, der bei den Einschreibungen schnell zu Re- kordzahlen führte. Dieser Effekt war zwar von der Regierung gewollt, aber sie sah sich nicht in der Lage, bei einem jährlichen Zuwachs an Studierenden in Höhe von 7-9 % die baulichen Voraussetzungen für einen geregelten Stu- dienbetrieb an den Hochschulen zu schaffen. Dieses Manko bekamen auch die UBs zu spüren, die dem anschwellenden Benutzerzustrom keine erweiter- ten Nutzflächen in den Lesesälen zur Verfügung stellen konnten. Der Regie- rung war daran gelegen, den schnell anwachsenden Studentenberg nicht nach Paris zu lenken, so dass vornehmlich in den Städten der Provinz neue Universitäten eröffnet wurden. Im Studienjahr 1989/90 lag die Zahl der immatrikulierten Studierenden bei ca. 1.104.000, ein Zuwachs von 7,5 % gegenüber dem Vorjahr. Von der Studen- tenschaft hatten sich ca. 722.000 als Benutzer an der UB ihrer Universität re- gistrieren lassen. Am Ende des Jahrzehnts war die Zahl der Studierenden auf 1.422.000 angewachsen (+29 %), die Zahl der an den Universitätsbibliotheken eingeschriebenen studentischen Leser überschritt 1.038.000. Die Zahl der BIBLIOTHEKSDIENST 35. Jg. (2001), H. 10 1269
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