Path:
Volume

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue35.2001 (Rights reserved)

THEMEN Bibliotheken cher Verlage unter einer gemeinsamen Oberfläche inhaltlich erschlossen und archiviert werden. Wer befürchtet, die Informationskette werde durch das elektronische Publizie- ren künftig dahingehend verkürzt, dass die Informationsvermittlung und das elektronische Wissensmanagement ohne die Zwischenschaltung von Biblio- theken in direkter Kooperation zwischen Verlagen oder dokumentarischen Fachinformationszentren und Wissenschaftlern erfolgen könne, der übersieht einen wesentlichen Aspekt gegenwärtiger und künftiger bibliothekarischer Mittlerfunktionen: während kommerzielle Anbieter immer nur eigene Produkte erschließend aufbereiten und kostenpflichtig zur Verfügung stellen, bieten Bib- liotheksportale ohne Medienbrüche die anbieterübergreifende Erschließung und Vermittlung von konventionellen und elektronischen Medien. Diesen Mehrwert gilt es künftig beim Werben um Kooperationsmodelle mit anderen Informationsanbietern aktiv und offensiv herauszustellen. Eine globalisierte ,,Digital Library", die als Bibliothek von Babel nach der Visi- on von Jorge Luis Borges als ständig wucherndes Gebilde den ganzen virtuel- len Raum durchzieht, wird trotz aller Bemühungen einheitlicher Informations- 72 zugänge immer utopischer. Den Anspruch universaler Verfügbarkeit aller Informationen lösen wissenschaftliche Bibliotheken nur solange ein, wie sie staatlich subventioniert kostengünstige Zugänge zu Information und Wissen schaffen. Einen Strukturwandel wird es geben, aber es wird kein Strukturwan- del zum Nulltarif sein, wenn wissenschaftliche Bibliotheken ihrer Aufgabe als Dienstleistungszentren der Informationsbeschaffung für Forschung und Lehre weiterhin gerecht werden sollen. 72 Das Bundesforschungsministerium (BMBF) unterstützt mit Förderprogrammen zur "Entwicklung von Bausteinen für eine interdisziplinäre, globale, digitale Bibliothek" den Aufbau einer neuen, netzgestützten Informations- und Kommunikationsinfra- struktur für die Wissenschaft. Als Nachfolgeprojekt von Global Info soll durch eine Förderinitiative ,,Digital Library 2010" abgelöst werden. Die Schwierigkeit bestehe darin, so das Nachfolgeprojekt von ,,Global Info", den technischen Fortschritt zu för- dern, gleichzeitig aber ,,babylonische Zustände im wissenschaftlichen Publikations- wesen zu verhindern. (BIBLIOTHEKSDIENST 35 (2001), H. 4, S. 440) 1060 BIBLIOTHEKSDIENST 35. Jg. (2001), H. 9
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.