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Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue35.2001 (Rights reserved)

Bibliotheken THEMEN cess to networked resources, creating information gateways at various 38 levels." 3.1 Das eine tun und das andere nicht lassen: die ,,Hybride Bibliothek" als Modell innerbetrieblicher Organisation Es ist eine wichtige Aufgabe wissenschaftlicher Bibliotheken, den freien Zu- gang zu elektronischen Publikationen zu gewährleisten. Hierfür ist eine tief greifende Neuorientierung in den bibliothekarischen Funktions- und Organisa- 39 tionsbereichen geboten. Bisher galten Bestandsaufbau, Bestandserschließung und Bestandsvermitt- lung und Bestandsarchivierung als klassische Säulen bibliothekarischer Auf- gaben. Daran wird sich grundsätzlich nichts ändern, aber in der Bewertung der tradierten und der neu hinzugekommenen Aufgaben im Bestandsmana- gement durch die Vermittlung elektronischer Medien zeichnet sich ein Wandel ab: Der lokalen Bestandsmehrung durch Kauf wird künftig weniger Bedeutung zukommen. Stattdessen wird die Vermittlung des Informationszugangs durch Lizenzverwaltung eine größere Rolle spielen. Bibliotheken werden keine reine Bestandsimmobilien sein, sondern als Nonprofit-Makleragenturen Zugangs- lizenzen für ihre Nutzerschaft verwalten, und zwar unabhängig von ihrer medi- alen Form und physischen Präsenz. Bisher sammelte der Bibliothekar mög- lichst umfassend Literatur für das gegenwärtige und zukünftige Erkenntnisin- teresse der Forscher. Anstelle des Sammelns tritt heute zunehmend das Fil- tern, der Bibliothekar selektiert wissenschaftlich relevante Informationen für das gegenwärtige und zukünftige Erkenntnisinteresse der Forschung. Nach Albert Bilo erfordert eine flexible Bestandspolitik in einer hybriden Biblio- 40 thek einen ,,virtuosen Methodenmix" im Handling der unterschiedlichen kon- ventionellen und neuen Medien. ,,Das Paradigma bibliothekarischer Arbeit, im systematischen Be- standsaufbau relevante (gedruckte) Literatur zu erwerben und lokal anzu- bieten, wird ersetzt durch die Absicht, Literatur gedruckt, als Volltext oder Inhaltsnachweis in elektronischer Form zu einem Angebot ebenfalls unter fachlichen Relevanzgesichtspunkten virtuell zusammenzustellen.(...) In der Verknüpfung von Nachweis, Volltext und Lieferdienst entsteht, geschickt arrangiert (...) eine Kunst, die Informationsvorsprung bedeuten kann und 41 woran die Qualität bibliothekarischer Arbeit zu messen ist." 38 "The academic library in the year 2002: What will the future look like?" SCONUL Vision, http://www.sconul.ac.uk/vision.htm 39 Hutzler, Evelinde: Elektronische Zeitschriften, S. 55. 40 Bilo, a.a.O., S. 138 41 Bilo, a.a.O., S. 133 -35. BIBLIOTHEKSDIENST 35. Jg. (2001), H. 9 1049
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