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Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue35.2001 (Rights reserved)

Benutzung THEMEN Kenntnisse und bewirkt ein später abzurufendes Informationspotential. Auch kann durch ein entsprechendes Angebot durch die Information über zuvor un- bekannte Informationsquellen der Schulungsbedarf erst herbeigeführt und zu- gleich gestillt werden.10 Einige Übungsteilnehmer besuchten meine Lehrveran- staltungen bewusst selektiv, weil sie bei manchen Themen nicht von der Mög- lichkeit einer jemals eintretenden Aktualisierung des zu erwerbenden Informa- tionspotentials ausgingen.11 Ein allgemein zu beobachtendes Phänomen ist die Tatsache eines Schrumpfungsprozesses der Teilnehmerschaft.12 Nach den ersten Sitzungen beenden nach meiner Erfahrung solche Benutzer ihre Teil- nahme, die sich unter dem Gegenstand der Übung zunächst nichts vorstellen konnten, dann aber nach einer Güterabwägung andere Lehrveranstaltungen für wichtiger halten. In dem selteneren Fall eines späteren Ausstiegs war der Eindruck maßgeblich, dass man ,,nun in etwa" wisse, ,,was eine Datenbank ist und wie man mit ihr umzugehen hat"; es werden dann die weiteren Lehrmate- rialien angefordert und gehofft, mit deren Hilfe im Bedarfsfall sich eigenstän- dig die notwendigen Anwenderkenntnisse erwerben zu können. Ziel der Schulungen ist erstens die Vermittlung eines Überblicks über die Be- zugspunkte und Formen der diversen fachspezifischen Informationsangebote. Im Unterschied zu allgemeinen Bibliotheksführungen geht es dabei stets um die Frage, was für das betreffende Fach relevant ist. Zweitens geht es darum, bei den Benutzern ein Bewusstsein für bibliothekarische Grundprobleme des fachspezifischen Informationsangebotes zu schaffen, das sie dazu befähigt, je nach Art der Fragestellung zielsicher auf die richtige Art von Informationsträ- gern zuzugehen und sich deren Recherchemitteln (z. B. Register, Stichwort bzw. Schlagwort, Kombinationsmöglichkeiten) zu bedienen. Die Detailkennt- nisse, also die Frage, ob in der einen Datenbank als Trunkierungszeichen et- 10 Das hatte ich besonders bei der Besprechung der Fachinformationsseiten im Inter- net erfahren, die vorher unbekannt waren, dann aber auf ein reges Interesse stießen und zahlreiche weiterführende Nachfragen bewirkten. 11 Im WS 2000/2001 habe ich meine Übung nicht nur für die beiden theologischen Fa- kultäten, sondern auch für die religionswissenschaftliche Abteilung der kulturwis- senschaftlichen Fakultät angeboten. Ein Teil der religionswissenschaftlichen Übungsteilnehmer kam bewusst nicht zu denjenigen Sitzungen, in denen die Voll- textdatenbanken zu patristischen und mittelalterlichen Texten besprochen wurden, weil diese ihnen als ,,zu christlich" erschienen und auch Fragen eines interreligiösen Dialogs nur in einem recht eingeschränkten Maße in den Texten dieser Datenbanken behandelt werden. 12 Bunke, Benutzerschulung, S. 1434, berichtet von einem zunächst großen, dann aber nachlassenden Interesse. Oft seien nur maximal 50% der Angemeldeten erschienen (ebd., S. 1436) ­ ein drastischer und wohl nur durch die spezifische Benutzerstruktur außeruniversitärer Bibliotheken zu erklärender Fall. BIBLIOTHEKSDIENST 35. Jg. (2001), H. 4 419
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