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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue32.1998 (Rights reserved)

THEMEN __________________________ Europäische Union der anderen Seite die privaten, kommerziellen Rundfunkanbieter. Die in diesem Bereich entwickelte Bezeichnung ,,duale Rundfunkordnung" kann man nach Kubiceks Meinung ,,übernehmen für die anzustrebende Gestaltung der elek- tronischen Informations- und Telekommunikationsdienstleistungen' . Informationsdienste, die zur Deckung der informationeilen Grundversorgung dienen, sind demnach Universaldienste; alle anderen Informationsdienste werden kommerziell vermarktet. (Hier sei am Rande auf eine Gefahr hingewie- sen, die im Rundfunk bereits eingetreten ist: Die Vielzahl der Informationen auf diversen Kanälen führte nicht zu einem besseren Wissensstand bei den Rezi- pienten, sondern eher zu einer fortschreitenden De-lnformierung. Bei konsu- mentennahen kommerziellen Online-Diensten oder auch im Intenet könnten durchaus ähnliche Effekte entstehen.) Zur informationellen Grundversorgung rechnen wir gemäß den Definitionen von ,,Universaldienst" ausschließlich solche Dienste, 1.) die in Telekommunikationsnetzen verteilt werden, 2.) für die in der Informationsgesellschaft eine allgemeine Nachfrage beste- hen wird, 3.) die wesentlich für Wissenschaft und Bildung, für die Gesundheit sowie für die allgemeine und individuelle Sicherheit und Daseinsvorsorge sind. An Diensten der Informationswirtschaft fallen unter die Universaldienste u.a. die (massiv qualitativ verbesserten) Kataloge Öffentlicher Bibliotheken, die Kataloge der Wissenschaftlichen Bibliotheken bzw. ein jeweils aktueller Ver- bundkatalog, eine umfassende und vollständige Zeitschriftendatenbank, Da- tenbanken mit juristischen Informationen sowie Datenbanken mit wissen- schaftlich-technisch-medizinischen Informationen. Dienste informationeller Grundversorgung öffentlicher Verwaltungen sind alle Arten von Bürgerinformationen, angefangen bei Öffnungszeiten ihrer Einrich- tungen, über Sitzungsinformationen politischer Gremien, Ratgeber (etwa bei Steuererklärungen) bis hin zu den Texten von Erlassen und Gesetzen. Verlage können in der Grundversorgung tätig werden, indem sie von ihren Produkten (z. B. wissenschaftlichen Zeitschriften) Inhaltsverzeichnisse sowie Zusammenfassungen der Beiträge elektronisch verteilen. (Dies haben einige Verlage bereits erkannt und im Internet entsprechende Dienste eingerichtet.) Analoge Aktivitäten könnte die Film- und Fernsehbranche initiieren. 5. Fazit 1. Die Europäische Kommission definiert ,,Universaldienst" ausschließlich technisch, d. h. bezogen auf schmalbandige Telekommunikationsinfrastruktur. Letztlich reduziert sie den Universaldienst auf die flächendeckende und ko- stengünstige Versorgung der Unternehmen und Haushalte mit Telefonen. 80 BIBLIOTHEKSDIENST 32. Jg. (1998), H. 1
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