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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue32.1998 (Rights reserved)

THEMEN __________________________ Europäische Union men der Informationsgesellschaft mit der ersten industriellen Revolution ver- gleicht und damit eher technisch denkt24', bettet das Forum den bevorstehenden Übergang in den größeren Kontext von Wissen und Kultur schlechthin und spricht von einer neuen Renaissance. ,,Die Informationsgesellschaft könnte die Geburtsstätte einer Zweiten Renaissance werden, einer neuen Blütezeit von Kreativität, wissenschaftlichen Entdeckungen, kultureller Entwicklung und Wei- terentwicklung des Gemeinwesens"251. Bekanntlich beendete die erste Renais- sance das ,,dunkle" Mittelalter und führte die Gesellschaft unter Anschluß an die antike Klassik in die Neuzeit. Nunmehr beenden wir offenbar die dunkel gewor- dene Neuzeit mit einer Epoche der Informationskultur. ,,Wenn wir richtig vorge- hen, wird die Informationsgesellschaft den Bürgern einen einfacheren und um- fassenderen Zugang zu ihrer eigenen Kultur bieten, ob in Form von Kunstwerken in Museen und Gallerien oder ob in Filmen, Romanen, Theaterstücken oder Poesie. Es werden sich neue Kanäle zur Verbreitung von Minderheitskulturen öffnen, über die Einzelpersonen und Unternehmen zu geringen Kosten Informa- tionen zusammenstellen und vertreiben können. Geographische Gemeinschaf- ten werden eine wirksamere interne Kommunikation betreiben können, als sie seit den Bürgerversammlungen im alten Griechenland je möglich war..."6). Das Forum Informationsgesellschaft warnt davor, den Aufbau der Informati- onsgesellschaft allein den Kräften des Marktes zu überlassen. Das Konzept inhaltlicher Universaldienste wäre ein Stück gesellschaftspolitischer Regulie- rung des Marktes in der Informationsgesellschaft. 3.5 Noch einmal: Europäische Kommission Die Kommission scheint mit ihrer Ablehnung inhaltlicher Universaldienste mit eigenen programmatischen Äußerungen in Konflikt zu kommen. So lesen wir zum Beispiel im Grünbuch ,,Leben und Arbeiten in der Informationsgesell- schaft: Im Vordergrund der Mensch": Es ist sicherzustellen, ,,daß die Informa- tionsgesellschaft zu einem Werkzeug wird, mit dem eine Gesellschaft ge- schaffen werden soll, in der niemand ausgegrenzt wird. In der Informationsge- sellschaft sollte es um Menschen gehen, sie sollte für die Menschen und von den Menschen genutzt werden, um die der Information innewohnenden Kräfte freizusetzen, und nicht, um ein Ungleichgewicht zwischen den Informations- reichen und den Informationsarmen zu schaffen"271. Immerhin wird im gleichen Grünbuch bereits ein Universaldienst im Rahmen der ,,gesamten Skala der Dienste der Informationsgesellschaft"281 diskutiert. Auch der Entwurf des Fünften Rahmenprogramms deutet in diese Richtung. ,,Die Technologien der Informationsgesellschaft müssen auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Nutzer und Verbraucher sowie an der Notwendigkeit ausgerichtet werden, ihnen einen möglichst kostengünstigen Zugang zu hochwertigen Diensten von allgemeinem Interesse zu ermöglichen"291. 78 BlBLIOTHEKSDIENST 32. Jg. (1998), H. 1
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