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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue32.1998 (Rights reserved)

THEMEN __________________________ Dokumentlieferung Dienstleistungsspektrum; neben vielen freien elektronischen Zeitschriften gilt es, Verlagsangebote zu akzeptablen Kosten in die lokalen, regionalen und überregionalen Angebote einzubeziehen. Der hierzu bereits vereinzelt einge- schlagene Weg über Lizenzverträge birgt allerdings noch einigen Klärungsbe- darf: Einzelverträge oder Bildung von Bibliothekskonsortien, Pauschallizenzen oder Einzelabrechnung, Bereitstellung der Materialien von Bibliotheks- oder Verlags-Servern, dauerhafte oder befristete Speicherung usw. neben den eigentlichen Details der Lizenzgestaltung (Preissteigerungsrate, Abbestell- möglichkeit, Nutzungsbedingungen). Prof. Dr. Martin Groetschel (Konrad-Zuse-Zentrum Berlin) führte zunächst die ,,Streßfaktoren" in der wissenschaftlichen Kommunikation auf: Steigerung der Anzahl der Publikationen, Preissteigerungen, neue und immer komplexere Medien, Monopolisierungsbestrebungen bei Verlagen, gleichzeitig Informati- onsflut und -mangel. Die Bibliotheken sehen sich gezwungen, Abonnements zu kündigen, kooperativ zu sammeln, Bestände nachzuweisen statt vorzuhal- ten, Kauf-Allianzen für digitale Informationen zu bilden. Dennoch dreht sich die Kostenspirale weiter, die Monopolisierung wird gestärkt, die Gefahr einer Erosion der lokalen Bibliotheksarbeit entsteht. Dieses Problem tangiert auch die Fachgesellschaften, die daher an gemeinsamen Aktionen der Bibliotheken mitwirken wollen (eine gemeinsame Arbeitsgruppe E-Journals soll gebildet werden); sie fordern preiswerte Literaturversorgung auf hohem Qualitäts- standard für die wissenschaftliche Kommunikation einschließlich Metadaten- Lieferung. In diesem Zusammenhang gewinnen weltweite elektronische Ab- rechnungssysteme besondere Bedeutung, wie sie etwa mit dem ,,Digital Ob- ject Identifier" (DOI)-System eingeleitet wurde. Dieses DOI, von der Associati- on of American Publishers entwickelt und auf der letzten Frankfurter Buch- messe vorgestellt, soll sowohl einen Schutz für die Rechtsinhaber als auch gewissermaßen ein Echtheits-Zertifikat für die Nutzer digitaler Dokumente bieten, indem mit einer Code-Nummer der jeweilige digitale Inhalt eindeutig identifiziert und gleichzeitig die elektronische Abrechnung erleichtert wird. Gert Staat (Eisevier-Verlag) stellte zwei Modelle zur Alternative ,,Remote or local solution" vor. Eisevier bietet 1.200 Zeitschriften mit ca. 1,8 Mio. Seiten sowie 6.500 Buchtitel elektronisch an. TULIP, ein gemeinsam mit amerikani- schen Universitäten entwickeltes Projekt, ist dank flexibler Integration und hoher Übertragungsgeschwindigkeit im Intranet geeignet für lokale Netze; zudem bietet es bibliographische Header und Abstracts, Monitoring der Nut- zung, effizientes Bestandsmanagement, unbeschränkten gleichzeitigen Zu- griff, Statistik u. a. Zum persönlichen Gebrauch ist Kopieren/Downloading zulässig; die Lizenzbedingungen werden entsprechend der definierten Nutzergruppen und Nutzungsarten ausgehandelt. (Informationen unter: http://www.elsevier.nl/locate/tulip). ,,ScienceDirect" andererseits, ein im Auf- 68 BIBLIOTHEKSDIENST 32. Jg. (1998), H. 1
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