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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 32.1998 (Rights reserved)

Beruf __________________________________ THEMEN nach - normativen Charakter, es soll die Selbstdarstellung des Fachreferen- ten11 in der Öffentlichkeit orientieren und die Unverzichtbarkeit seiner Leistun- gen begründen. Oehlings Thesen suchen - ebenso wie das ihnen vorangestellte ,,Intro" Uwe Jochums - nach einem Ausweg aus der vieldiskutierten Legitimationskrise des höheren Bibliotheksdienstes, für die sie im wesentlichen drei Ursachen nennen: · die rapiden und tiefgreifenden Veränderungen im Informationssektor (,,virtuelle" und ,,digitale" Bibliotheken); · die veränderten finanzwirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbe- dingungen bibliothekarischer Leistungserstellung (Globalhaushalte, Kon- traktmanagement etc.); · der Verlust angestammter ,,Besitzrechte" auf dem Gebiet der Bibliotheks- verwaltung an den gehobenen Dienst. Die Lösung dieser Legitimationskrise sehen Oehlings Thesen darin, daß sich der höhere Bibliotheksdienst auf die Aufgaben besinnt, in denen er nicht durch konkurrierende -Berufsgruppen oder informationstechnische Rationali- sierung substituierbar ist. Diese Kernkompetenz liegt, so Oehling, in der aka- demischen Qualifikation des wissenschaftlichen Bibliothekars: ,,Die im aka- demischen Studium erworbenen fachlichen Qualifikationen müssen wesent- lich stärker, als dies bisher der Fall war, in der Berufspraxis zum Tragen kommen. Der künftige wissenschaftliche Bibliothekar wird daher in erster Linie ein Informationsspezialist für die von ihm vertretenen Fächer sein, unabhängig vom Medium der Information. Hier besteht die Chance, künftig mit diesem Beruf präsent und unentbehrlich zu sein." Ihre Pointe gewinnt diese These dadurch, daß sie unmißverständlich klarstellt, was nicht zum Kerngeschäft des wissenschaftlichen Bibliothekars gehören soll: Es sind die Verwaltungsfunktionen, von Oehling als ,,der große Bereich täglicher Verwaltungsarbeiten ohne innovative oder weitgehende organisatori- sche Veränderungen" beschrieben, derer sich der höhere Dienst so weit als möglich entledigen soll zugunsten seiner wissenschaftsbezogenen Tätigkei- ten: ,,Die primäre Legitimation des Berufs des wissenschaftlichen Bibliothe- kars liegt in dessen Aufgaben als Fachreferent und nicht in der Wahrnehmung von Verwaltungsfunktionen." Verwaltungsorganisation sei für den höheren Dienst nur insoweit eine genuine Aufgabe, wo es sich um ,,grundlegende bibliothekspolitische Entscheidungen" handele. Genannt werden Etatverhand- lungen und Gremienvertretung, wobei Uwe Jochum einschränkend hinzufügt, daß ,,echte Managementaufgaben in den Bibliotheken doch wohl nur für den leitenden Bibliotheksdirektor und seinen Stellvertreter anfallen." BIBUOTHEKSDIENST 32. Jg. (1998), H. 4 687
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