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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 32.1998 (Rights reserved)

Dokumentlieferung __________________________ THEMEN Negropontes Media-Lab am MIT entwarf de Kemp Visionen, wie das traditio- nelle gedruckte Buch zum elektronischen mutieren könne - in zehn Jahren vielleicht schon, wetten? Nicht so sehr für den allgemeinen Publikumsmarkt, wohl aber für den speziel- len des Wissenstransfers gilt schon heute: Verlage, Buchhandel, Bibliotheken are going electronic. Über ,,Ursachen, Wege und Auswirkungen auf die traditionelle Publikations- kette und Partnerschaft" diskutierten Bertram Gallus, C. Heymanns Verlag, Köln, zugleich Vorsitzender des Landesverbandes der Verlage und Buchhand- lungen in NRW, Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Buchhandel und Bibliotheken im Börsenverein des deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Elmar Mittler, Direktor der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Hermann-Arndt Riethmüller, Osiandersche Buchhandlung, Tübingen und W. Robert Müller. Die Digitalisierung habe, so Bertram Gallus, die Arbeitsbedingungen in den Verlagen grundlegend verändert. Text- und Bildinformationen, vom Autor am PC erfaßt, werden in Verlagen heute in Datenbanken gespeichert, um Inhalte zu ganz unterschiedlichen Online- und/oder Printprodukten, unter Umständen mehrfach, verarbeiten zu können. Das erfordere neue Programm- und Marke- tingstrategien im Verlag und führe zu neuen Qualifikationsanforderungen für dessen Mitarbeiter, erleichtere aber auch einen möglichen direkten Datenver- bund mit Bibliotheken. Die wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen dafür aber seien erst in Ansätzen gegeben. Ein noch offenes Grundproblem sei die privatwirtschaftliche Generierung und Vermarktung von Inhalten auch über elektronische Netze in Abgrenzung zu steuerfinanzierten Informationsdienst- leistungen der Bibliotheken. Was bedeute künftig z. B. ,,vergriffen"? Wie las- sen sich bei Online-Publikationen erworbene Verwertungsrechte auch im Interesse des Urhebers in Übereinstimmung bringen mit der Aufgabe von Bibliotheken, jedermann freien Zugriff auf alle Formen gedruckter und digitaler Medien zu akzeptablen Bedingungen zu gewährleisten? Was sind ,,akzeptable Bedingungen"? Wie sind die Grenzen zu definieren und zu markieren zwi- schen Online-Kommunikation und Online-Publikation? Die einvernehmliche Klärung solcher und ähnlicher Fragen sei essentiell für Bibliotheken wie für Verlage und Voraussetzung guter Zusammenarbeit im Interesse von Autoren und Nutzern, auch wenn Online-Publikationen derzeit erst 3 bis 5 % vom Umsatz der Verlage ausmachten. Bibliotheken stünden nach wie vor zwischen Verlagen und Buchhandel, un- terstrich Prof. Elmar Mittler71. Sie besitzen mehr, als am Markt zu einer be- stimmten Zeit verfügbar sei, neben Altbeständen u. a. Dissertationen und ,,graue Literatur", die im Tausch, also am Markt vorbei, erworben werden. BIBLIOTHEKSDIENST 32. Jg. (1998), H. 1 63
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