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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 32.1998 (Rights reserved)

Erschließung _____________________________ THEMEN wandel eingestellt hat (z.B. in den Massenmedien), auch wenn er von ein- zelnen nicht zur Kenntnis genommen wird. Im übrigen sind die Auswirkungen bei weitem nicht so drastisch wie Unte vermutet. Im Brockhaus sind weiterhin zahlreiche Orte unter der deut- schen Namensform nachgewiesen, nicht nur Breslau, sondern auch z.B. Löwenberg 8.000 Einwohner, Steinau an der Oder 5.500 Einwohner, Woh- lau 12.000 Einwohner. 3. Dies bedeutet zugleich einen kleinen Schritt zur Angleichung der RSWK an RAK bzw. die GKD. Diese Angleichung steht zwar bei Körperschaften der- zeit nicht im Vordergrund der Arbeit, da im Zusammenhang mit der Schaf- fung der PND ohnehin zahlreiche Korrekturen auf die Bibliotheken zukom- men. Trotzdem muß die Entwicklung in Richtung Vereinheitlichung gehen. Völlig unverständlich ist, warum Unte nicht in gleichem Umfang gegen RAK polemisiert - tatsächlich gab es hier noch nie solche ideologischen Argumente. 4. Die Ansetzungsform hat künftig zunehmend geringere Relevanz. Die RSWK gehen von einem Online-Katalog unter Nutzung der SWD aus. Un- ter dieser Bedingung führt die Recherche mit dem Synonym zu gleichen Treffern wie die Ansetzungsform. Bei der Anzeige der SWD, die das Re- gelwerk für einen konstitutiven Bestandteil der Benutzerführung hält, wer- den selbstverständlich auch die deutschen Namensformen angezeigt. Unte führt als Gegenbeispiel die Grundstufe der DNB an - ein Sonderfall, denn alle anderen (gedruckten und maschinenlesbaren) Produkte der DB werden mit allen Verweisungsformen der SWD ausgeliefert. In der Grund- stufe, die fast nur für Erwerbungszwecke benutzt wird, ist dies schlicht entbehrlich. 5. Seit der ersten Publikation der Regeln für Geographika der RSWK 1981 hat sich die völkerrechtliche Lage verändert. 6. Die Regelung gilt nicht nur für Erinnerungsbücher von Vertriebenen, son- dern für alle Fachgebiete; also auch z.B. für Untersuchungen polnischer Dialekte, die bisher bei solchen Orten mit deutschen Ortsnamen erschlos- sen werden mußten. Unte hat hier wohl einen verengten-Blick auf die Er- werbungen der wissenschaftlichen Bibliotheken. Die Gegenargumente hier aufzuführen, kann ich mir sparen, da Unte einen Teil davon referiert. Wesentlich stärker als die sachlichen Argumente stellt er je- doch politische Argumente in den Vordergrund und greift dabei zu weit über- zogenen Formulierungen. Dazu kann sich wohl jeder Leser selbst das Nötige denken; Unte schadet sich damit nur selber. Demgegenüber scheint es mir sinnvoll, die Frage etwas nüchterner zu betrachten. Von der Vernichtung deutschen Kulturguts kann wirklich nicht die Rede sein. BIBLIOTHEKSDIENST 32. Jg. (1998), H. 3 505
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