Path:
Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue32.1998 (Rights reserved)

THEMEN _______________________ Betriebsorganisation Die Kostenarten werden dann entweder direkt oder über die gebräuchlichen Umlageschlüssel auf die Kostenstellen der Bibliothek, die sich eng an die bestehende Abteilungs- und Funktionsgliederung anschließen, verteilt. Auf dieser Basis wird die Prozeßkostenrechnung in folgenden Schritten imple- mentiert: Schritt 1: Tätigkeitsanalyse auf Kostenstellenebene Zunächst werden in jeder Kostenstelle die dort ausgeführten Teilprozesse ermittelt. Ein Teilprozeß wird in der Terminologie der Prozeßkostenrechnung als ein gegenüber vor- und nachgelagerten Tätigkeiten klar abgegrenzter Arbeitsgang mit - in der Regel - meßbarem In- und Output beschrieben. So können in der Kostenstelle ,,Ortsleihe" die Teilprozesse ,,Ausleihungen verbu- chen", ,,Rückgaben verbuchen", ,,Ausleihfristen überwachen", ,,Benutzeraus- weise ausstellen", ,,Gebühren- und Portokasse abrechnen" etc. unterschieden werden. Ein Teilprozeß wiederum besteht zumeist aus mehreren Aktivitäten, zum Beispiel der Teilprozeß ,,Medien bestellen" aus den Vollzügen ,,Bestelldaten überprüfen", ,,Lieferanten auswählen" und ,,Bestellauftrag aus- führen". Schritt 2: Ermittlung der Prozeßzeiten und Prozeßkosten Vermittels Arbeitszeitaufschreibungen werden die pro Teilprozeß anfallenden Zeitanteile an der Gesamt-Personalkapazität der betrachteten Kostenstelle bestimmt (gemessen in Mitarbeiterjahren). Proportional zum Anteil an der Personalkapazität werden dann die Gesamtjahreskosten der Kostenstelle auf die Teilprozesse verteilt. Man erhält so die Prozeßkosten der Teilprozesse für die analysierte Abrechnungsperiode. Die Verrechnung der Kostenstellenko- sten im Verhältnis der beanspruchten Personalkapazität fußt auf der Prämis- se, daß die Personalkosten die dominante Kostenart in Bibliotheken darstellen und daher alle anderen Kostenarten im gleichen Verhältnis wie die Personal- kosten auf die Teilprozesse verteilt werden können (vgl. Kajüter, S. 221). Schritt 3: Identifizierung der Kostentreiber (Cost Driver) Für die Teilprozesse werden Bezugsgrößen zur Bestimmung der Prozeßlei- stung festgelegt, die sogenannten Cost Driver. Durch sie wird die Leistungs- menge des betrachteten Teilprozesses beschrieben. Beispiele für Cost Driver sind: Anzahl der Beratungen für den Teilprozeß ,,Benutzer beraten", Anzahl der Bestellpositonen für den Teilprozeß ,,Medienbestellungen aufgeben", Anzahl der Ausleihvorgänge für den Teilprozeß ,,Ausleihungen verbuchen", Anzahl der Rechercheaufträge für den Teilprozeß ,,Online-Recherchen durch- führen" etc. Der Cost Driver stellt also die Maßgröße für die Inanspruchnahme verfügbarer Ressourcen durch Arbeitsprozesse dar. 272 BIBLIOTHEKSDIENST 32. Jg. (1998), H. 2
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.