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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

Erschließung _____________________________ THEMEN Das Ausbleiben von Titelmeldungen war aber bei weitem nicht der einzige Grund dafür, das GKS jetzt auslaufen zu lassen. Mindestens ebenso ent- scheidend waren zwei weitere Umstände. Das war einmal die deutsche Wie- dervereinigung, in deren Folge das GKS ungewollt von einem nationalen Ge- samtverzeichnis zum einem Teilverzeichnis wurde, nämlich zu einem Ver- zeichnis lediglich für die Bibliotheken der ,,alten" Bundesrepublik. Dabei gab eè kaum eine Chance, für mehrere zurückliegende Jahrzehnte die Besitz- nachweise aus den Bibliotheken der neuen Länder zu ermitteln und im GKS nachzutragen, um auf diese Weise wieder zu einem wirklichen Gesamtver- zeichnis zu kommen. Der zweite Umstand ergab sich dadurch, daß die in den regionalen Monogra- phiensystemen katalogisierten Kongreß-Schriften ab Ende der 80er Jahre re- gelmäßig auch überregional im Verbundkatalog Maschinenlesbarer Katalogda- ten (VK) nachweisbar wurden, so daß der bis dahin hauptsächlich vom GKS geleistete überregionale Nachweis dieses Schrifttums eine Konkurrenz be- kam; noch dazu eine Konkurrenz, die nun nicht mehr nach dem traditionellen Prinzip alter Zentralkataloge funktionierte, sondern die mit vollständigen RAK- Titelaufnahmen in maschinenlesbarer Form operierte. Die Summe dieser Umstände hat dazu geführt, daß das GKS, zeitbedingt wie es war, seine Funktion mittlerweile erfüllt hat, und daß eine laufende Fortfüh- rung nicht mehr angezeigt erscheint. Da dies schon seit einiger Zeit abzuse- hen war, wurde in der Redaktion außerdem schon vor einigen Jahren be- schlossen, den sich - auch wegen der leichten Merkbarkeit - anbietenden Schluß der Berichtszeit des GKS auf Kongresse bis zum (Kongreß-)Jahr 1990 festzulegen. Die Staatsbibliothek zu Berlin beendet hiermit die Herausgabe eines Katalo- ges, eines Nachschlagewerkes, das sie über 20 Jahre lang überwiegend aus eigener Kraft und mit eigenem Personal bearbeitet hat, zur besseren Erschlie- ßung des weltweit als bibliographisch ,,schwierig" geltenden Materials ,,Kon- greß-Schriften", insbesondere aber zum Nutzen des überregionalen Leihver- kehrs. (Im Unterscheid zur ZDB hat hier die Deutsche Forschungsgemein- schaft nur kurzfristig einmal Hilfestellung gegeben, als es darum ging, Mitte der 80er Jahre in großem Umfang Signaturen nachzutragen, damit die Online- Bestellkomponente effizient eingesetzt werden konnte.) Daß das GKS nun nicht mehr weitergeführt wird, bedeutet, wie schon eingangs gesagt, anderer- seits ja keineswegs, daß es nicht noch viele Jahre lang erfolgreich für biblio- graphische und Leihverkehrs-Zwecke eingesetzt werden kann und eine fast unerschöpfliche Fülle von Informationen über Kongresse und deren Publika- tionen bietet. BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 10 1987
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