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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 31.1997 (Rights reserved)

THEMEN _____________________________ Bibliotheken Nun weiß jeder, und die DBS schreibt es sogar vor, daß als Öffnungszeit die längsten in der Bibliothek vorkommenden Öffnungszeiten präsentiert werden. Das dürften in der Regel die Lesesaal-Öffnungszeiten sein, während die Zahl der Wochenstunden, zu denen voller Ausleihservice besteht, oft etwas bis sehr viel kleiner ausfallen kann. Dazu schweigt jedoch die DBS. Genau um diesen wichtigen Sachverhalt ging es bei einer Aufstellung der Deutschen Universitätszeitung (DUZ), die mangels aktuellerer Zusammenstellungen trotz ihres Alters von rund zehn Jahren dennoch zum Vergleich herangezogen wur- de (Anhang E). Das Hauptfeld liegt erwartungsgemäß etwas niedriger bei 30 bis 50 Leihstellen-Öffnungsstunden/Woche, fällt aber sonst ähnlich undiffe- renziert aus wie bei den längeren Öffnungszeiten aus der DBS. Die alten Zah- len und die neuen Noten zeigen also auch wieder keinen Zusammenhang. (Bis zum Beweis des Gegenteils gehen wir davon aus, daß zwischenzeitlich gra- vierende Änderungen nach Menge und Größe nur in seltenen Fällen stattge- funden haben dürften.) Was nun? Welchen Nutzen haben bundesweit erfragte Bibliotheksnoten, wenn kein erkennbarer Zusammenhang zu beeinflußbaren Bibliotheksparame- tern besteht? Wir hatten bereits auf den möglichen Einfluß subjektiver Werteskalen bei den Befragten hingewiesen. Sollte dieser Einfluß so groß sein, daß er im Grunde vorhandene Korrelationen verwischt haben könnte? In Tab. 4 war der davon bereinigte Abstand zwischen Bibliotheks- und Umfeldnoten erfaßt. Vielleicht gäbe dieser eine viel bessere Korrelationsbasis ab? Also, die ganze Arbeit noch einmal von vorn: was bisher mit der Bibliotheksnote verglichen war, wird jetzt dem d-Wert gegenübergestellt. Wir können es kurz machen: die Ergeb- nisse sind die gleichen wie zuvor, nämlich auch keine Ergebnisse. Das Pulver ist damit erst einmal verschossen und das Feld für weitere Ideen und Speku- lationen freigegeben. Was soll der beflissene Bibliothekar nun anfangen? Die ganze, schöne No- tenmatrix von Tab. 1 als reines Zufallsprodukt abzutun, widerstrebt irgendwo, dafür gibt es zu viele plausible Einzelergebnisse. Das aussichtsreichste Ver- fahren, schlecht benotete Verhältnisse in bessere zu verwandeln, dürfte damit beginnen, diese Einzelwertungen für die eigene Bibliothek möglichst umfas- send mit Insiderkenntnissen über die lokalen Bibliotheksverhältnisse zu kop- peln und nach sinnvollen Zusammenhängen Ausschau zu halten. Allerdings zeigt sich in einer für Bochum angestellten Lokalauswertung21 bereits, daß auch dann noch starke, erwartungskonträre Unerklärlichkeiten bestehen blei- ben, die in keinen Zusammenhang mit bekannten Lokalverhältnissen zu brin- gen sind, so daß wir letztendlich doch nicht umhinkönnen, auf ein stark alea- torisches Element bei der Notenvergabe schließen zu müssen. 1970 BIBLIOTHEKSDIENST 31. Jg. (1997), H. 10
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